In zehn Minuten nach München Ost?

Edmund Stoiber wäre stolz auf den Meridian

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Landkreis Rosenheim - In "Zehn Minuten" vom Ostbahnhof nach Rosenheim? Leider kommt der "Avalanche" bei Meridian doch nicht. Und das nicht, weil es Probleme mit dem TÜV gibt...:

Update zum "Avalanche"

Unseren diesjährigen Aprilscherz haben wir einer legendären Rede des wohl bekanntesten Oberaudorfers zu verdanken. Heute, auf den Tag fast genau vor 13 Jahren, entstand Edmund Stoibers berüchtigte "10 Minuten"-Rede zum Transrapid.

Nichts für Ungut, lieber Meridian! Alle Mitarbeiter leisteten an den vergangenen Tagen Höchstleistungen, wenn es darum ging, die Auswirkungen des Orkantiefs Niklas in den Griff zu bekommen. Die Anerkennung und der Dank der Fahrgäste dürfte den Beschäftigten des Meridian somit ohnehin sicher sein. Nichtsdestotrotz: April, April!

Unser ursprünglicher Aprilscherz-Artikel

Trotz der wetterbedingten Probleme auf den Gleisen in Zusammenhang mit Orkantief "Niklas" sorgt der Meridian weiter für positive Schlagzeilen. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch präsentierte der Zug-Betreiber eine riesige Innovation.

Mit ihren umgerechnet rund 8.000 PS ist die neue Vorzeige-Lok der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) und des Meridian ein echtes Arbeitstier. Wie bereits die Züge des Typs "Flirt", die seit Dezember 2013 auf den Strecken zwischen Salzburg, Kufstein, Rosenheim und München verkehren, wird auch der neue Triebwagen samt seinem 168 Meter langem Gespann und den 412 Sitzplätzen von der Schweizer Firma "Stadler Rail" gefertigt. Stückpreis: 11,6 Mio. Euro.  

Im Rahmen der Pressekonferenz des Herstellers und des zukünftigen Betreibers, der BOB präsentierte der Geschäftsführer des Meridian, Dirk Bartels, das neue Flaggschiff mit dem Namen "Avalanche".

Kürzere Fahrzeiten, mehr Komfort

"Wir haben bereits die ersten Testfahrten mit dem neuen Avalanche auf der Strecke zwischen Salzburg und München absolviert, alle Beteiligten sind restlos von der Leistung überzeugt", erklärt Dirk Bartels der anwesenden Presse am Mittwoch früh am Münchner Ost-Bahnhof. Der Geschäftsführer verspricht sich von den neuen Zügen neben noch besserem Komfort auch kürzere Fahrzeiten. "Nach weiteren Test wollen wir unser Flaggschiff ausschließlich zwischen Salzburg und München einsetzen", erklärt Bartels im Gespräch mit rosenheim24.de. 

Das Fahrwerk der Lok und der Wagons, eine Eigenentwicklung des Schweizer Zugbauers, soll dabei auf spezielle Gleisabschnitte angepasst werden können. "Man muss sich die Sache wie ein adaptives Fahrwerk mit einem Gedächtnis vorstellen", verdeutlicht Peter Spuhler, CEO bei Stadler Rail. Dadurch sollen auf den Abschnitten zwischen Salzburg und Rosenheim, und weiter zwischen Rosenheim und München neue Höchstgeschwindigkeiten möglich werden. "In den ersten Tests konnten wir die 200 km/h-Marke knacken. Wir haben aber immer noch viel Spielraum nach oben", so der Geschäftsführer weiter.

Neue Alternative für Pendler?

168 Meter lang, rund 8.000 PS stark: Der "Avalanche" von Stadler Rail

Andreas Hirschbichler ist einer von vier Lok-Führern, die den neuen "Avalanche" auf der Strecke bewegen dürfen. Seit sechs Monaten trainiert der Oberaudorfer schon am Simulator, am Mittwoch präsentierte er sein neues Arbeitsgerät der Presse: "Der Avalanche fährt sich wahnsinnig ruhig, man merkt teilweise gar nicht wie schnell man unterwegs ist. Das bedeutet natürlich auch, dass der Ostbahnhof im Grunde genommen näher an die bayerischen Städte wie Rosenheim heranwächst", freut sich Hirschbichler.

Etwas gewöhnungsbedürftig dürfte für die Fahrgäste jedoch die Beschleunigungsphase des Zuges werden. Aus dem Stand soll der neue Meridian-Zug Tempo 250 nach nur zwei Minuten erreichen.

"Ich denke, unser Avalanche kommt bei den Pendlern gut an. Wir hoffen, dass wir die momentanen Fahrzeiten nahezu halbieren können", berichtet Dirk Bartels. Die Strecke zwischen Rosenheim und München Ost soll dabei in unter einer viertel Stunde absolviert werden können. Für die Strecke von Rosenheim nach Salzburg plant die BOB mit einer Fahrzeit von um die 35 Minuten.

Einen Zwischenstopp außer in Rosenheim soll es auf der Strecke von Salzburg nach München nicht geben. "Wir müssen für den Avalanche andere Zugverbindungen des Meridian streichen, da es zusätzliche Verbindungen nicht geben wird", erklärt Dirk Bartels. Welche Verbindungen dabei wegfallen werden, wollte Bartels noch nicht bekannt geben: "Wir überlegen uns mit Sicherheit einen guten Kompromiss aus Tempo und Erreichbarkeit für unsere Pendler."

Servicepauschale und frischer Kaffee

Zur Einführung des neuen "Avalanche" ab Dezember diesen Jahres müssten alle Pendler, die mit dem neuen Gespann reisen möchten, jedoch mit einer jährlichen Servicepauschale rechnen, so Bartels. Als Gegenleistung seien dann aber frisch gebrühter Kaffee und kleinere Snacks wie Müsliriegel oder Kekse an Bord des Schnellzugs absolut kostenlos.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/eigene Bearbeitung

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