Wann lässt der Regen nach?

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Landkreis - Fast schon unwetterartige Regenfälle prägten das Wetter in den vergangenen Tagen. Doch wie sind eigentlich die Aussichten für das Wochenende?

In den vergangenen Tagen gab es in Deutschland immer wieder unwetterartige Wettererscheinungen. Nun kommt die Atmosphäre aber vorübergehend zur Ruhe. Hoch VINKO über Nordeuropa streckt seine Fühler in Richtung Deutschland aus und führt trockene Luft aus Nordosten heran. Letzte Regenfälle ziehen sich am Freitag an den Alpenrand zurück und lassen auch dort allmählich nach. Über das Wochenende erwartet uns daher überwiegend ruhiges, niederschlagsfreies Wetter und auch der Sonnenschein kommt nicht zu kurz. Einzig ganz im Osten und Südosten muss weiterhin mit einem erhöhten Schauerrisiko gerechnet werden.

Im Vergleich zu den "Brummern", die Deutschland die letzten Tage heimgesucht haben, werden diese Schauer und kurzen Gewitter eher mickrig daher kommen. Bereits vergangenen Donnerstag, Freitag und Samstag (22.-24. Mai) entwickelten sich zunächst in der West-, später auch in der Osthälfte heftige Gewitter (siehe Thema des Tages vom 23. Mai). Neben extrem heftigem Starkregen traten örtlich schwere Sturmböen um 100 km/h und bis zu 3 Zentimeter großer Hagel auf. Ursächlich für diese Unwetter war eine heiße und zudem recht feuchte und damit energiereiche Luftmasse, die in einer kräftigen südlichen Strömung herangeführt wurde und sich ab Donnerstag schließlich "entzünden" konnte.

Nachdem die Ausläufer eines Tiefs über den Britischen Inseln Deutschland bis zum Sonntag (25. Mai) vollständig von West nach Ost überquert hatten und kühlere Luft eingeflossen war, sickerte zu Beginn dieser Woche bei schwachen Luftdruckgegensätzen zögerlich wieder wärmere und feuchtere Luft aus Südosten nach Deutschland ein. Zudem etablierte sich eine Tiefdruckrinne, die vom Balkan über den Süden und Westen Deutschlands bis zur Nordsee reichte. Nördlich der Rinne wehte ein östlicher Wind, südlich der Rinne ein westlicher. Im Bereich des tiefsten Luftdrucks bildete sich eine scharfe Konvergenzlinie aus. Darunter versteht man einen linienhaft ausgeprägten Bereich, in dem Winde aufeinander zu laufen. Dort wird die Luft zum Aufstieg gezwungen, was häufig die Auslösung von Gewittern einleitet. Dementsprechend konnten sich auf einer Linie von Südostbayern bis ins Emsland ab Montag (26. Mai) Schauer und Gewitter bilden. Diese fielen zwar nicht derart intensiv aus wie bei der ersten "Unwetterwelle" zwischen dem 23. und 25. Mai, doch aufgrund der Tatsache, dass immer wieder dieselben Gebiete auf dieser quasi stationären Linie von den Gewittern betroffen waren, kamen örtlich enorme Niederschlagsmengen zusammen. In Scheyern (Bayern) fielen von Montagfrüh bis Dienstagfrüh insgesamt 86, in Niederstetten-Adolzhausen (Baden-Württemberg) 72 und in Wohratal (Hessen) immerhin noch 63 Liter auf den Quadratmeter.

Am Dienstag (27. Mai) befand sich die Konvergenzlinie quer über der Mitte Deutschland vom Erzgebirge bis zum Niederrhein. Die Niederschläge nahmen teilweise Dauerregencharakter an und erfassten insbesondere eine Region von Sachsen und Brandenburg bis nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Verbreitet kam es zu 20 bis 30, in Staulagen zu 30 bis 40 Litern Regen auf den Quadratmeter in 24 Stunden. Auch in Südostbayern kam zeitweise kräftiger Dauerregen auf. In Marktschellenberg regnete es bis Mittwochfrüh bemerkenswerte 101 Liter auf den Quadratmeter. Vor allem nach Osten hin traten zusätzlich noch schwere Gewitter auf. Besonders intensive Gewitterzellen zogen am Dienstagnachmittag über Teile Sachsens und Sachsen-Anhalts. Betroffen war besonders eine Region zwischen Dresden und Leipzig. Binnen kurzer Zeit fiel so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. In Garsebach bei Meißen wurde eine Niederschlagsmenge von 59 Litern auf den Quadratmeter in 3 Stunden registriert. Die Starkregenfälle sorgten für enorme Schäden durch Überflutungen, Erdrutsche und Schlammlawinen.

Am Mittwoch (28. Mai) änderte sich die Lage der Niederschlagsgebiete nur marginal, sodass in einem Streifen zwischen Sachsen und dem südlichen Brandenburg bis nach Westfalen und dem südlichen Niedersachsen weitere 10 bis 20, örtlich bis 30 Liter Regen niedergingen. Erst im Laufe des Mittwochnachmittags und Donnerstags gingen die Niederschlagsintensitäten sukzessive zurück, sodass keine unwetterartigen Mengen mehr zu verzeichnen waren. Jetzt heißt es erst einmal durchschnaufen. Denn in der neuen Woche deutet sich wieder eine deutliche Zunahme der Gewitteraktivität an.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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