Ratschläge von Polizei und Experten

So können Sie ihre Wohnung sicherer vor Einbrechern machen

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Landkreis - Mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit wächst auch die Gefahr von sogenannten Dämmerungseinbrüchen in Wohnungen. Wir haben einige Ratschläge von Polizei und Experten zusammengestellt.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd empfiehlt, drei wesentliche Dinge zum Einbruchsschutz zu beachten.

  • Nachbarschaftshife: Eine intakte und aufmerksame Nachbarschaft kann vorbeugend wirken. Pflegen Sie den Kontakt zu Ihren Nachbarn – dann haben Einbrecher weniger Chancen
  • Richtiges Verhalten: Achten Sie bewusst auf verdächtige Situationen und alarmieren Sie in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei unter der Notrufnummer „110“. Wenn Sie tatsächlich einen Einbrecher bemerken: Stellen Sie sich ihm keinesfalls in den Weg! Spielen Sie nicht den Helden, denn das könnte schlimm für Sie ausgehen. Bereits die Beachtung einfacher Verhaltensregeln kann Einbrecher das Leben erschweren: Wenn Sie ihr Haus verlassen, auch nur für kurze zeit, schließen Sie immer Ihre Haustür ab! Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran, gekippte Fenster sind offene Fenster! Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck! Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus! Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück! Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit!
  • Mechanische Sicherungseinrichtungen: Über ein Drittel aller Einbrüche bleiben im Versuchsstadium stecken. Mechanische sicherungstechnische Einrichtungen an Türen und Fenstern tragen dazu ganz wesentlich bei.

Bei der Sicherung von Türen und Fenstern gibt es wiederum Verschiedenes zu beachten.

Eingangstür als Schwachstelle

Ein Querriegelschloss wird unterhalb des Hauptschlosses an der Haustür angebracht. Die meisten Angriffe gelten diesem Türbereich.

Eine Schwachstelle im Haus ist die Eingangstür. Dabei kann man sie gut nachrüsten. Doch: "Leider informieren sich die meisten erst, nachdem sie Opfer eines Einbruchs wurden oder jemand in der Nachbarschaft", sagt Tobias Enke, Sprecher der Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir!" gegenüber der dpa. Aber der Experte stellt auch klar: Absolut sicher wird die Tür durch zusätzliche Beschläge und Schlösser nicht. Lediglich die Zeit, die der Dieb zum Einbrechen benötigt, werde erhöht. "Jedoch lassen Einbrecher in der Regel wieder ab, wenn sie die Tür nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten öffnen konnten", erklärt Enke.

  • Vor allem beim Türschloss sollte nicht gespart werden. Es sollte mindestens der Klasse 4 entsprechen, also einbruchhemmend sein.
  • Ein Querriegelschloss unterhalb des Hauptschlosses an der Haustür sorgt für zusätzlichen Schutz. Die meisten Angriffe gelten diesem Türbereich.
  • Alternativ kann auch ein Kastenschloss mit Sperrbügel die Sicherheit enorm erhöhen.
  • Mit Hilfe spezieller Bändersicherungen, die ebenfalls ins Mauerwerk greifen lässt sich zusätzlich der Türrahmen verstärken.
  • Ein schwaches Türblatt sollte unbedingt verstärkt oder besser gegen ein massives ausgetauscht werden - etwa eine 40 Millimeter starke Vollholztür.
  • Der Bereich vor der Tür sollte immer gut beleuchtet sein, etwa mit Hilfe eines Bewegungsmelders.

Auch Fenster und andere weitere Einstiegsmöglichkeiten können effektiv abgesichert werden.

Fenster und andere Zugangsmöglichkeiten sichern

  • Rundherum angeordnete Pilzkopfzapfen und eine durchwurfhemmende Sicherheitsfolie sollten beim Fensterkauf auf der Liste stehen. Zusatzschlösser sind hier auch möglich. Wichtig ist, dass die Bandseiten gesichert sind sowie nicht nur Montageschaum den Rahmen im Mauerwerk hält.
  • Kellerfenster müssen wie die anderen Fenster im Gebäude auch abgesichert sein, selbst wenn diese von außen nicht zu öffnen sind. Zusatzschutz bieten hier mindestens drei Millimeter starke Stahllochblenden, also ein Gitter vor dem Fenster. Verschraubte Bolzen oder Vorhängeschlösser sichern zusätzlich ab.
  • Engmaschige Gitterroste mit - und das ist wichtig - verschweißten oder verdübelten Flacheisen verriegeln Lüftungsschächte.

Warnanlage wichtig

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Zuletzt ist auch eine Warnanlage wichtig. Hier gibt es zwei Varianten, die Einbruchmeldeanlage und die Gefahrenwarnanlage. Erstere soll den Einbrecher mit einem lauten Alarm abschrecken und einen Notruf absetzen. Möglich ist auch das Auslösen eines stillen Notrufs, was der Polizei die Möglichkeit gibt, den nichtsahnenden Täter noch vor Ort zu schnappen. Laut der Initiative "Nicht bei mir!" gelang die Verhaftung in etwa drei Viertel der Fälle, in denen durch diese Technologie der Einbruch verhindert wurde.

Eigentlich sollte im Rahmen unserer Artikelreihe heute Interviews mit den Beratern der Abteilung für Kriminalprävention für die Region erscheinen. Dieser wird aus organisatorischen Gründen vorraussichtlich in der kommenden Woche folgen.

Bisher in dieser Serie erschienen:

hs mit Material von dpa

Quelle: rosenheim24.de

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