Kontrahent erstochen: Mord oder Notwehr?

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Ingolstadt - Mord oder Notwehr - diese Frage beschäftigt seit Dienstag das Schwurgericht in Ingolstadt. Der Angeklagte sagt, er habe in Notwehr zugestochen. Das Opfer (18) starb.

Ein 21-Jähriger steht vor Gericht, weil er im vergangenen Herbst nach einer Schlägerei in Ingolstadt einen Kontrahenten erstochen haben soll. Doch der Angeklagte macht Notwehr geltend.

Nach der Verlesung der Anklageschrift gab der Verteidiger des jungen Mannes eine Erklärung ab. Darin sagte er, dass sein Mandant anfangs an der Wirtshausschlägerei in der Nacht zum 25. September 2010 gar nicht beteiligt gewesen sei. Im Verlaufe der Rauferei habe ihn das spätere Opfer jedoch angegriffen, gab der Anwalt das Geschehen aus Sicht des Angeklagten wieder. Der 18 Jahre alte Kontrahent habe sich auf den 21-Jährigen gekniet und zugeschlagen.

Erst in dieser Notlage zog der Angeklagte nach seiner Darstellung das Messer und stach zu. Wie oft sein Mandant auf den 18-Jährigen eingestochen habe, wisse er nicht mehr, schilderte der Verteidiger. Der 21-Jährige habe jedenfalls aus Notwehr gehandelt.

Anders die Version der Staatsanwaltschaft. Demnach hatte eine Gruppe junger Männer in der Gaststätte gezecht, es wurde reichlich Alkohol getrunken. Am frühen Morgen kam es unter Beteiligung des Angeklagten zum Streit. Die Auseinandersetzung verlagerte sich ins Freie. Laut Anklage stach der 21-Jährige 18-mal auf sein Opfer ein. Der junge Aussiedler starb wenig später im Krankenhaus. Für die Staatsanwaltschaft handelt es sich um Mord aus niederen Beweggründen.

Die ersten Zeugen und Gutachter in dem Prozess werden in einer Woche (29. März) gehört. Mit einem Urteil rechnet das Schwurgericht nach der Vernehmung von 45 Zeugen und 5 Sachverständigen frühestens am 8. April.

dpa

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