Kommunalwahl 2014: Aufstellungsversammlung der "Engagierten Bürger für Schechen"

Georg Weiß und fünf weitere Kandidaten

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Der Wurzacher Unternehmer Georg Weiß alias "Bussi-Schorschi".
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Schechen - Die Gemeinderatskandidaten der neuen Gruppierung von Georg Weiß alias "Bussi-Schorschi" stehen. Wer die Kandidaten sind und wie Bürgermeister Holzmeier seine neue "Konkurrenz" sieht:

Die Überraschung vor gut einer Woche war perfekt, als der Wurzacher Unternehmer Georg Weiß, der unter anderem auch als "Bussi-Schorschi" in der RTL2-Sendung "Schickeria Deluxe" deutschlandweit Bekanntheit erfuhr, verlauten ließ, dass er in Schechen Bürgermeister werden will. Da ihm der CSU-Ortverband Hochstätt eine Mitgliedschaft verweigerte, will er nun mit einer eigenen Gruppierung namens "Engagierte Bürger für Schechen" bei den Kommunalwahlen 2014 antreten. Am gestrigen Montag fand die Aufstellungsversammlung im Gasthaus "Kapsner" in Hochstätt statt.

Weiß: "Ich war total positiv überrascht"

Die Formierung der neuen Gruppierung um Georg Weiß hat in Schechen offenkundig einiges Interesse erweckt. Zur Aufstellungsversammlung der "Engagierten Bürger für Schechen" kamen laut Weiß insgesamt 78 interessierte Bürger. "Die Versammlung war ein voller Erfolg", so der Wurzacher Unternehmen. "Ich habe super Leute kennengelernt und super Gespräche geführt."

Die Aufstellungsversammlung wurde von Wolfgang Wengle (67) aus Hochstätt geleitet. Wahlleiter war der Rechtsanwalt Christoph Michel (62) aus Prutting. Insgesamt fanden sich schließlich sechs Kandidaten, die für die "Engagierten Bürger für Schechen" in den Gemeinderat gewählt werden wollen:

  • Georg Weiß (42) aus Wurzach
  • Birgit Weiß (40) aus Wurzach
  • Barbara Eder (58) aus Lohen
  • Andreas Bolesny (37) aus Schechen
  • Franz Stettner (22) aus Pfaffenhofen
  • Peter Lößl (64) aus Schechen

Nächste Hürde im Blick

Trotz der für Georg Weiß erfolgreichen Aufstellungsversammlung ist seine neue Gruppierung noch nicht für die Kommunalwahl im kommenden Jahr zugelassen. Nach den Richtlinien des Gemeinde- und Landkreiswahlgesetzes benötigt Weiß 80 so genannte Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten, die sich in der Kommune eintragen müssen. Diese Unterschriftenliste liegt ab dem 18. Dezember in der Gemeinde aus.

"Das nächste Ziel ist jetzt, die Wählbarkeit herzustellen", so Weiß, "und das wird keine leichte Hürde!" Der Unternehmer hofft natürlich, dass diese 80 Unterschriften zusammenkommen, denn die Schechener sollten - nachdem es der amtierende Bürgermeister Hans Holzmeier bei den vergangenen drei Kommunalwahlen nie mit einem Gegenkandidaten zu tun hatte - mal wieder die Möglichkeit haben, eine Entscheidung zu treffen. "Auch in Schechen sollte es mal wieder heißen: Sie haben die Wahl", so Weiß.

Bewerbungsvideo im Netz

Passend zur Aufstellungsversammlung seiner neuen Gruppierung ist von Georg Weiß auch ein Video im Internet aufgetaucht. Darin bewirbt er sich für das Bürgermeisteramt in Schechen und formuliert seine Ziele:

Das Video auf YouTube

Das große Ziel von Georg Weiß sei "ein anderer Politikstil in der Gemeinde": Er wolle mehr Transparenz schaffen, indem die Entscheidungen des Gemeinderats öffentlich gemacht werden, wenn möglich schon am nächsten Tag im Internet. Zudem will er bei Entscheidungen verstärkt unabhängige Expertengremien integrieren. Er wolle einen Gemeinderat, der nicht nur die Vorschläge der Verwaltung durchwinke.

Auch das Gemeinwohl der Bürger sei ihm sehr wichtig, weshalb er sich verstärkt in der Familienpolitik engagieren sowie ein Konzept für ein Mehrgenerationenhaus erarbeiten wolle. "Eine eigene Wasserversorgung sowie die Dorferneuerung in Pfaffenhofen sind mir auch sehr wichtig", so Weiß abschließend.

Bürgermeister Holzmeier: "Ich bin auf den Wahlkampf gespannt"

Sollten die "Engagierten Bürger für Schechen" ihre 80 Unterschriften zusammenbekommen, dann darf sich auch der amtierende Bürgermeister Hans Holzmeier auf eine neue Situation einstellen, denn das Gemeindeoberhaupt sitzt seit 18 Jahren im Rathaussessel und hatte bei allen bisherigen drei Kommunalwahlen nie einen Gegenkandidaten. "Es wäre schön, wenn es wieder einen zweiten Kandidaten gibt", so Holzmeier, das habe eben mehr mit Demokratie zu tun.

Auf einzelne Aussagen von Georg Weiß wollte Holzmeier, der in den vergangenen Jahren aufgrund baurechtlicher Fragen - und in der Folge mit Klagen - immer wieder mit dem Unternehmer Weiß zu tun hatte, nicht eingehen. Er stimmte Weiß in einigen Punkten aber zu: "Genau wie Weiß will ich einen fairen Wahlkampf. Ich finde es auch gut, dass er sich für das Gemeinwohl engagieren will, denn das Allgemeinwohl ist wichtiger als das Wohl des Einzelnen", so Holzmeier. "Aber natürlich bin ich auf seinen Wahlkampf gespannt. Gespannt bin ich auch, wie die Schechener Bürger meine 18 Jahre im Amt sehen." Die Kommunalwahl am 16. März 2014 wird es zeigen.

Holzmeiers Ziele für die kommenden sechs Jahre sind unter anderem ein Senioren- und Pflegekonzept, Baulandausweisung, die Dorferneuerung Hochstätt sowie die Neugestaltung des Ortszentrums von Schechen. "Hier haben wir bereits ein Grundstück von 3500 Quadratmetern erworben und soweit die Vorbereitungen getroffen, dass im kommenden Jahr der Spatenstich erfolgen kann. Natürlich will der amtierende Bürgermeister das Angefangene auch zu Ende bringen.

Quelle: rosenheim24.de

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