Sprengstoff-Alarm bei Kiefersfelden

Fund von Bombenmaterial: "Ergebnisse Anfang nächster Woche!"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
An dieser Kontrollstelle bei Kiefersfelden wurde in der Nacht auf Freitag das verdächtige Auto (verdeckt) sichergestellt.

Kiefersfelden - Ein Pole, der neben drei Afrikanern auch Waffen und Material zum Bombenbau in seinem Auto transportierte, hat in der Nacht auf Freitag einen Großeinsatz an der bayerisch-österreichischen Grenze ausgelöst. Was wir bisher wissen, welche Fragen offen sind:

UPDATE, 15:54 Uhr: "Wir rechnen Anfang nächster Woche mit Ergebnissen!"

„Die drei Afrikaner und der polnische Staatsbürger werden in unterschiedlichen Haftanstalten vernommen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Samstag.

Das Landeskriminalamt (LKA) konzentriert sich nach eigenen Angaben auf die Befragung der drei 20, 29 und 37 Jahre alten Männer von der Elfenbeinküste und aus Guinea. Alle drei hatten keine Papiere bei sich. Gegen den 38 Jahre alten polnischen Fahrer des Autos ermittele die Bundespolizei wegen des Verdachts der illegalen Einschleusung, hieß es.

Ob die Männer sich kannten und was sie vorhatten, sei weiterhin unklar und Gegenstand der Ermittlungen, bekräftigte ein Sprecher des LKA. „Wir rechnen Anfang nächster Woche mit Ergebnissen“, teilte er mit.

Die Bundespolizei hatte im Rahmen der Grenzkontrollen das verdächtige Fahrzeug am späten Donnerstagabend gegen 22.30 Uhr kontrolliert und dabei verdächtige Gegenstände gefunden, die einen Großeinsatz der Polizei nach sich gezogen haben. Deswegen mussten auch die Rastanlage geräumt und die Autobahn im Bereich der Grenze bis 5.45 Uhr gesperrt werden.

Was wir bisher wissen:

>>> Pole war mit Fahrzeug polnischer Zulassung unterwegs und wollte drei Afrikaner nach Deutschland einschleusen.

>>> Polizei findet bei Kontrolle "keinen fertigen Sprengkörper", aber Einzelteile zum Bau von Bomben. Es handelt sich dabei um Rohre, Schwarzpulver und Verbindungskabel. Außerdem werden Handys gefunden.

>>> Polizei stellt außerdem Hieb- und Stoßwaffen sowie Betäubungsmittel sicher. Näher definiert werden diese Gegenstände seitens der Beamten bisher nicht. Die Gegenstände wurden ins Labor nach München gebracht, wo sie umfangreich kriminaltechnisch untersucht werden.

>>> Autobahn bis 5.45 Uhr am Freitagmorgen gesperrt; Rastanlage wurde beidseitig geräumt, bis Sprengstoffexperten Entwarnungen geben.

>>> Pole (38) wird festgenommen und sitzt genau wie die drei Afrikaner seit Freitag in Untersuchungshaft. Die Afrikaner sind zwischen 20 und 37 Jahren alt. Zwei kommen von der Elfenbeinküste, einer aus Guinea. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Traunstein führen die weiteren Ermittlungen.

Diese Fragen sind offen:

>>> Das Motiv des verdächtigen Polen ist unklar. Die Polizei versucht zu ermitteln, woher die Waffen/verdächtigen Gegenstände stammen.

>>> Zudem muss die Polizei klären, wo der Pole mit den Gegenständen überhaupt hin wollte. Die Frage, ob wie im Fall des Montenegriners, der letztes Jahr auf der A8 bei Bad Feilnbach festgenommen und inzwischen verurteilt wurde, zum Beispiel eine Adresse im Navi des Autos eingespeichert war, wollte oder konnte ein LKA-Sprecher noch nicht beantworten.

>>> Ob die illegal ins Bundesgebiet eingereisten Afrikaner, die im Fahrzeug des Polen saßen, etwas mit den Waffen und Bombenmaterialen zu tun haben, ist unklar.

>>> Unklar ist auch, wo die Afrikaner ins Auto des Polen zugestiegen sind.

Sprengstoff-Alarm auf A93 bei Kiefersfelden 

Die Bundespolizei wertet die Festnahmen trotz aller Brisanz in diesem Fall als Erfolg, nachdem es zuletzt viel Kritik gegeben hatte wegen angeblich zu lascher Kontrollen. "Man sieht: Die Grenzkontrollen bringen was", sagte eine Sprecherin.

mw

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser