Inzell: 30-Meter-Fichte für den Römer

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Außergewöhnlicher Transport für (von links) Christian und Erwin Huber, Gottfried Graf und Hubert Foidl.

Inzell - Der Christbaum für den Weihnachtsmarkt am Frankfurter Römerberg kommt in diesem Jahr aus Inzell. Die Fichte befindet sich auf dem Weg in die hessische Metropole.

Ein 34 Meter langer Truck aus Harpfing transportiert den 30,40 Meter langen Baum aus dem Wald am Falkenstein nach Frankfurt: "Sechs bis sieben Stunden werden wir schon brauchen", schätzt Erwin Huber von der gleichnamigen Transportfirma. Auf 80, höchstens 90 Stundenkilometer kann er sein mächtiges Gefährt auf der Autobahn beschleunigen.

Fotos von der Abfahrt Richtung Frankfurt:

Inzell spendet Frankfurt Christbaum

Erschwerte Bedingungen auf der A8

Die Polizeibeamten Hans Hufnagel und Thomas Huber von der PI Ruhpolding begleiteten den fast neuen 510 PS-Lkw von der Inzeller Max Aicher-Arena bis zur Autobahn-Anschlussstelle Siegsdorf, im Kreisverkehr kurz zuvor musste Erwin Huber den Truck ein wenig rangieren und nachlenken, um "rumzukommen". Bei Starkregen war's dann auch auf Autobahn im Chiemgau kein leichtes, den Überblick zu behalten.

Der Baum kommt heute in ein Depot. Nach einer Nacht im Hotel befördert das Inzeller Vier-Mann-Team mit Hubert Foidl (Inzeller Touristik GmbH), Gottfried Graf (Gemeinde) und Erwin Hubers Sohn Christian die riesige Fichte am morgigen Mittwoch auf den Frankfurter Römerberg vor dem Rathaus. Dort wird der Baum schließlich von der Feuerwehr der Stadt aufgestellt und verankert - zwei Meter tief im Boden. Er wird mehrfach abgesichert und eingezäunt, um ihn vor Vandalen oder Leuten, die meinen den Baum raufklettern zu müssen, geschützt.

5.000 Lichter schmücken Inzeller Baum

Kurz vor Eröffnung des Frankfurter Weihnachtsmarktes erhält der zirka 120 Jahre alte Inzeller Christbaum schließlich 5.000 Lichter. Vier Wochen werden sie über dem Stadtzentrum der Banken-Metropole und den Besuchern des vorweihnachtlichen Geschehens strahlen. Am vergangenen Freitag wurde er unter Aufsicht des zuständigen Försters Peter Renoth (Berchtesgaden) gefällt und mittels zweier Kräne aus dem Wald befördert. Für den Transport auf den zwei bis drei Kilometern bis zu jener Stelle, an der die Fichte auf den Lkw verladen werden konnte, benötigte das Team satte zwei Stunden.

Inzell mehr als Ersatz

Mitte Oktober reiste eine Frankfurter Delegation in den Chiemgau, um den Baum auszusuchen: "Letztlich traf die Frankfurter Presse die Wahl", so Hubert Foidl. Schon im Frühjahr kamen die hessischen Verantwortlichen auf die Gemeinde Inzell zu, Ende August wurde die Sache dann konkretisiert. Die Entscheidung, dass der Frankfurter Baum in diesem Jahr dann tatsächlich aus Inzell "kommen darf", fiel jedoch relativ kurzfristig, da ein anderer Kandidaten-Ort absprang. Mit seinem stolzen Baum löste Inzell die "Ersatz"-Aufgabe jedoch mehr als adäquat.

Lohnenswerter Deal

Mit dabei: Ein Touristik-Stand der Gemeinde Inzell. "Das ist der Deal", so Hubert Foidl: "Wir spenden den Baum und dürfen im Gegenzug Werbung für unseren Ort und die Region betreiben". Unbezahlbar, meint der Tourismus-Mitarbeiter. An den Markt-Wochenenden werden Kollegen direkt vor Ort sein, in der restlichen Zeit betreuen eingeweihte Helfer den Inzeller Stand.

Gottfried Graf erinnert sich, dass bereits vor über 20 Jahren ein Weihnachtsbaum aus Inzell nach Frankfurt transportiert worden war - damals für den Platz vor dem Steigenberger Hotel "Frankfurter Hof".

bit

Quelle: chiemgau24.de

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