Verhaltenstherapeutin Dr. Janey Heine gibt Tipps

Haustiere und Silvester: Die 2 größten Irrtümer

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Hat neben drei Hunden auch eine Katze daheim: Tierärztin und Verhaltenstherapeutin Dr. Janey Heine aus Prutting.
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Landkreis - Für Hunde und Katzen die Hölle: Die Silvester-Böller! Wir haben mit der Verhaltenstherapeutin und Tierärztin Dr. Janey Heine gesprochen.

Die Tierärztin und Verhaltenstherapeutin Dr. Janey Heine aus Prutting (Landkreis Rosenheim) räumt zwei große Silvester-Irrtümer aus der Welt. Außerdem gibt die Expertin drei Tipps, wie man dem Haustier wirklich helfen kann.

Irrtum 1: Das Tier ignorieren

"Das Schlimmste, was man machen kann, ist den Hund oder die Katze einfach zu ignorieren. Es ist eine Mär, dass das hilfreich sein soll", so die Expertin. Es sei ein Irrglaube, der davon ausgeht, dass man mit Aufmerksamkeit das Angstverhalten noch bestärke und gutheiße

Doch Dr. Heine weiß: "Angst kann man nicht willentlich beeinflussen." Ein gutes Beispiel sei die Angst vieler Menschen vor Spinnen, obwohl jedem aus rationaler Sicht klar ist, dass man davor keine Angst zu haben brauche.

Stattdessen soll man dem Tier Nähe geben: "Ein Hund ist ein Rudeltier und braucht sozialen Kontakt". Wenn das Tier es wolle, könne man es auch streicheln.

Irrtum 2: Medikamente helfen immer

Viele Medikamente, die Tierärzte vor Silvester verschreiben, stellen die Tiere nur vermeintlich ruhig, so Heine. "Der Körper wird lahmgelegt, aber der Geist ist voll wach und die Böllergeräusche werden auch noch genauso wahrgenommen", gibt sie zu bedenken. Weil aber der Körper betäubt ist, kann das Tier nicht mehr die sonst üblichen Fluchtbewegungen vollziehen, wie etwa das Verstecken unter dem Tisch.

So wirkt es nur ruhiger, obwohl es weiterhin extrem viele Stresshormone ausschüttet. Deshalb rät die Expertin dazu, den Tierarzt danach zu fragen, wie das Medikament genau wirkt.

Was stattdessen wirklich hilft:

Tipp 1: Dem Tier nahe sein 

Wenn Hunde gerne Auto fahren, kann es hilfreich sein, wenn man raus aus der Stadt fährt. Zum Beispiel an einen Waldrand, wo es ruhiger ist.

"Möchte das Tier in den Keller flüchten, soll man das zulassen", so die Expertin, die auch die "Dogs Connection"-Hundeschule in Prutting leitet. Dann aber sei es ganz wichtig, dass man in der Nähe ist und das Tier nicht allein lässt. Hilfreich sei auch in der Wohnung Musik anzustellen und das Zimmer zu verdunkeln.

Tipp 2: Ruhe ausstrahlen

"Die Tiere, insbesondere Hunde, achten ganz besonders auf die menschliche Stimmungslage", so die Tierärztin. Deshalb rät Janey Heine dazu, ruhig mit dem Tier zu reden und nicht hektisch zu reagieren, denn die Stimmung übertrage sich.

Tipp 3: Langfristig hilft eine Verhaltenstherapie

Die Empfindlichkeit gegen die Knallgeräusche (oder auch gegen Gewitter) lässt sich abtrainieren. Zum Beispiel in dem mit einem Klickertraining diese Geräusche mit Belohnung verbunden werden. Oder durch gezielte Entspannungskommandos.

Wichtig sei auch, dass der Hund durch verschiedene Übungen sportlich und geistig ausgelastet wird und so Glückhormone produziert werden. Deshalb bietet Janey Heine auch mit weiteren Kollegen am 31. Dezember eine "Silvesterparty für Hunde" an, zu der man sich hier auf Facebook anmelden kann.

Die Hundeexpertin Dr. Janey Heine weiß, was wirklich hilft

Auch Katzenbesitzer sollen sich mit ihren Tieren beschäftigen und sie am Silvestertag nicht aus dem Haus lassen. Weil sich Katzen aber oft "ins letzte Loch verkriechen", sei es für die Besitzer schwieriger, zu ihnen Kontakt aufzunehmen und ihr Befinden zu registrieren.

Angstverhalten aus hormoneller Sicht bedenklich

Grundsätzlich jedoch sollten die Tierbesitzer das Verhalten nicht als normal abtun. Die Tiere ständen Silvester extrem unter Stress und dieses Angstverhalten sei aus hormoneller Sicht nicht gut. Deshalb solle man dringend daran arbeiten - im Interesse der Tiere.

Quelle: rosenheim24.de

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