Diskussionen um GWC halten an

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In der Grafik werden die Zusammenhänge deutlich: Die Stiftung gehört zu 100 Prozent der Marktgemeinde. Mit weiteren 25 Prozent ist diese an der GWC beteiligt. Insgesamt hält sie die Aktienmehrheit am Konzern. Sechs Betriebsgesellschaften gehören zur GWC.

Bad Endorf - Hoch her geht es derzeit in Bad Endorf. Der Besuch von Staatsanwaltschaft und Polizei in der Gesundheitswelt Chiemgau (GWC) scheint nicht spurlos an den Beteiligten vorüber gegangen zu sein (wir berichteten).

"Ich hoffe, dass die Betriebe der Gesundheitswelt Chiemgau weiterhin so florieren", erklärte gestern Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben dem Oberbayerischen Volksblatt auf Anfrage. Das diene nicht zuletzt der Sicherung der Arbeitsplätze vor Ort. "Die Bilanz kann sich sehen lassen" Und auch Otmar Steßl, Vorstand der Gesundheitswelt Chiemgau (GWC), zeigt sich hochzufrieden über die guten Bilanzen und die pünktliche Bedienung der Pachtschulden. "Im letzten Geschäftsbericht, der in der letzten Hauptversammlung vorgelegt wurde, legten wir 1,2 Millionen Euro Konzernbilanz vor. Ich denke, das kann sich sehen lassen."

Unverständlich sei ihm deshalb nach wie vor, warum ein Unternehmen, das nach schwierigen Jahren der Umstrukturierung nun auf der Gewinnerstraße ist, zerschlagen werden soll. Für unverantwortlich und geradezu Ruf schädigend hält er Darstellungen, dass er "in Personalunion" als Geschäftsführer der Stiftung und Vorstand der GWC "unsauber gehandelt" habe.

Denn im Zuge der notwendigen Umstrukturierung sei die Stiftung (siehe Grafik) gegründet worden. In sie wurden die Immobilien der Simssee-Klinik, des Ströbinger Hofs und des Schwesternwohnheims eingebracht. Daneben wurden der Stiftung auch die rund 30 Millionen Euro Schulden aus den 1970er-Jahren und 1990er-Jahren für den Bau Klinik zugeschlagen. Das operative Geschäft der Simssee-Klinik sei in der Betriebsgesellschaft Simssee-Klinik GmbH aufgefangen worden.

"Hätten wir das nicht getrennt, wären rund eine Million Euro Grunderwerbssteuer fällig gewesen", so Steßl. Deshalb sei einstimmig im Gemeinderat beschlossen worden, Bernd-Rüdiger Schulz (damals Verwaltungsleiter der Marktgemeinde) und auch ihn als Geschäftsführer der Stiftung einzusetzen. "Wir hatten das Vier-Augen-Prinzip. Bernd-Rüdiger Schulz war alleinvertretungsberechtigt, ich war zweiter Mann." Er habe sich bereit erklärt, mit als Geschäftsführer zu fungieren, weil er den Geschäftsablauf des Unternehmens genau gekannt habe und "bürokratische Klimmzüge" vermeiden wollte.

Bis Ende Mai diesen Jahres waren beide als Geschäftsfüher tätig. Im übrigen widersprach Steßl dem Gerücht, er sei in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" noch kurz vor der Kommunalwahl 2008 für weitere fünf Jahre im Amt als Vorstand der GWC bestimmt worden. Schon im November 2007 habe im Aufsichtsrat der GWC Einverständnis für Steßls Verlängerung geherrscht. Im Frühjahr 2008 sei die Personalie im Aufsichtsrat beschlossen worden.

Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben hält die Verflechtungen von Stiftung, GWC, Betriebsgesellschaften und Marktgemeinde für "schwierig" (siehe Grafik). Die primäre Aufgabe einer Gemeinde sei die Daseinsvorsorge für ihre Bürger, nicht die Führung von Gesellschaften. "Ich glaube, Wirtschaftsunternehmen gehören in privatwirtschaftliche Hand. Die können das besser." Dem stimmte auch im Gespräch mit dem OVB Zweiter Bürgermeister Martin Lauber zu.

von Sigrid Knothe/Oberbayerisches Volksblatt

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Quelle: rosenheim24.de

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