US-Deserteur wartet im Chiemgau auf Asyl

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Grassau - Er kam zum Landratsamt und sagte, dass er aus der US-Armee desertiert ist. Nun wartet André Shepherd im Chiemgau auf eine Entscheidung über seinen Asylantrag.

Es war im Herbst 2008, als der US-Amerikaner André Shepherd ins Landratsamt Rosenheim kam und erklärte, dass er Asyl sucht. 19 Monate lang hatte er sich zuvor im Chiemgau versteckt, damit ihn die US-Armee nicht finden kann - weil er auf keinen Fall erneut in den Irak-Krieg ziehen wollte. So erzählte der Afroamerikaner seine Geschichte der "Südwest Presse". Auf die Frage, ob sich im ländlichen Grassau niemand über den Fremden gewundert habe, sagte der Mann, der ihn versteckt hatte: "Hier auf dem Dorf hält man zusammen." Viele Menschen dort hätten die Geschichte von André Shepherd gekannt.

Ob er Asyl in Deutschland erhält, ist bis heute nicht geklärt. Er wartet auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg, nachdem das Bundesamt für Migration zunächst 2011 seinen Asylantrag abgelehnt hatte. Sechs Monate lang war André Shepherd im Irak und war bald der Überzeugung, dass der dortige Krieg gegen das Völkerrecht verstößt. Als der erneute Marschbefehl für den Irak kam, machte sich der Hubschrauber-Techniker aus dem Staub.

Mit seinem Asylantrag hat André Shepherd anschließend die Bundesrepublik in Bedrängnis gebracht. Es ist das erste Mal, dass ein US-Soldat in Deutschland diesen Antrag stellt, berichtete die Frankfurter Rundschau. Falls er Asyl erhält, wäre es wohl gleichbedeutend mit einem offiziellen Urteil über den Irak-Krieg.

Die weitere Wartezeit wird der Ex-Soldat wohl weiter im Chiemgau verbringen. Bernau, Prien und Seebruck gefallen ihm sehr gut, sagte er der "Südwest Presse".

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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