Der Weiler Geiselprechting wird umgegraben

Suche nach der ältesten Urkunde Bayerns

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Archäologische Grabungen in Geiselprechting

Geiselprechting - Hier wurde 1842 die älteste exakt datierbare Urkunde Bayerns gefunden: ein Teil eines römischen Militärdiploms. Befindet sich auch der zweite Teil der Urkunde ganz in der Nähe?

Der Weiler Geiselprechting in der Gemeinde Vachendorf kann mit einem besonderen Superlativ aufwarten: Hier wurde 1842 ein Teil eines sogenannten römischen Militärdiploms gefunden, das Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika in einer Publikation als die älteste exakt datierbare Urkunde Bayerns identifizierte.

Es ist ein Bronzetäfelchen mit einer eingearbeiteten Inschrift, die besagt, dass der ehrenhaft aus der römischen Legion entlassenen Soldat Cattaus nach 25-jähriger Dienstzeit am 15. Juni 64 n. Chr. mit Übergabe dieser Urkunde das römische Bürgerrecht erhielt, mit dem zahlreiche Privilegien verbunden waren.

So war dies z.B. die Schenkung eines Stück Landes und eine solche Urkunde berechtigte den Soldaten auch, offiziell seine Frau, mit der er vielleicht schon vorher zusammengelebt hatte, zu heiraten. Diese „Militärdiplom“ genannte Urkunde bestand ursprünglich aus zwei Tafeln, von denen heute nur noch eine vorhanden ist. Eine originalgetreue Kopie ist im Römermuseum Multerer in Grabenstätt zu besichtigen.

Was ergaben die archäologischen Grabungen?

Vorige Woche ergab sich nun die Gelegenheit, den wegen des Superlatives für Bayern bedeutenden Fundort in Geiselprechting archäologisch zu untersuchen und eventuell den fehlenden Teil der Urkunde zu finden, weil an der Fundstelle ein Bauvorhaben des heutigen Eigentümers, Landwirt Josef Huber, anstand. Aber trotz der intensiven Nachschau mit Hilfe einer archäologischen Grabungsfirma erfüllte sich die Hoffnung des Kreisheimatpflegers nicht.

Auch von der schwarzen Erdschicht, die laut dem Bericht des 19. Jahrhunderts den Fundplatz umgab, fand sich keine Spur. Auch wenn das Ergebnis der Nachforschungen Fragen offenlässt und die älteste bayerische Urkunde unvollständig bleibt, kann man die untersuchte Fläche nun als möglichen Fundort von der Denkmalliste streichen, was zumindest Josef Huber freut, der nun ungehindert bauen kann.

Pressemeldung des Landratsamtes Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser