Felssturz von Stein: War ein Keller schuld?

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Stein a. d. Traun - Knapp drei Monate nach dem Felssturz von Stein haben Geologen eine mögliche Ursache für die Katastrophe entdeckt. Die Staatsanwaltschaft hält sich aber noch bedeckt.

Noch immer liegen Trümmer und der riesenhafte Unglücksfelsen an dem Platz in Stein an der Traun, an dem Ende Januar zwei Menschen ums Leben kamen. Erst, wenn die Hinterbliebenen Abschied von Tochter und Vater genommen haben, soll hier alles weggeräumt werden.

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Doch nun gibt es zumindest einen ersten Hinweis darauf, was den fatalen Felssturz ausgelöst haben könnte – es ist ein Keller im Berg. Der Hinweis stammt aus der von der Stadt Traunstein und der angrenzenden Brauerei eingesetzten Task Force. Geologe Klaus Smettan von der Task Force erklärte zwar gegenüber dem Trostberger Tagblatt, dass er wegen des Verfahrens der Staatsanwaltschaft keine Aussage treffen werde. Dennoch ließ er durchblicken, dass ein Grund für den Sturz des gewaltigen Felsbrockens der Keller des Hauses gewesen sein könnte.

Dieser ragt direkt in den Felsen hinein. Smettan meinte, der Felsbrocken sei regelrecht auf das Haus gekippt: „Kippen kann etwas, wenn der Fuß fehlt.“ Der fehlende Fuß im Falle des Felsens war wohl der durch den Keller verursachte Hohlraum. Die Vermutung geht weiter: Hinter dem abgebrochenen Felsstück sei schon lange Zeit eine Kluft gewesen. Smettan: „Hundert Jahre oder länger.“

Der Geologe: „Solche großen Felsstürze kündigen sich im Millimeterbereich an.“ Erkennen könnten diese minimalen Veränderungen Vermessungssysteme, wie auch eines in der benachbarten Höhlenburg neu installiert werde. Dort wird ein altes System durch ein moderneres ersetzt. Die Höhlenburg ist seit Anfang Mai wieder für Besucher geöffnet, nachdem Untersuchungen ergeben haben, dass dort keine Gefahr besteht.

Zum Schutz vor kleinen Steinen müssten künftig aber alle Besucher und die Führer Helme tragen. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Traunstein hält sich bezüglich der Erkenntnisse zurück. Grund: Ergebnisse der beauftragten Gutachter liegen noch nicht vor.

Quelle: rosenheim24.de

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