Ebola-Verdacht auf A8: Klinik gibt Entwarnung

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Rosenheim - Bundespolizisten griffen am Mittwoch einen Flüchtling mit starkem Nasenbluten auf der A8 auf. Es bestand Verdacht auf eine Ebola-Infektion. Die RoMed Klinik gibt aber Entwarnung:

Am Mittwoch griffen Beamte der Bundespolizeiinspektion Rosenheim einen Flüchtling auf der A8 auf. Der Mann befand sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. "Er litt unter starkem Nasenbluten", wie Pressesprecher Wünsch von der Bundespolizeidirektion München auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigte. Daraufhin verständigten die Beamten Notarzt und Rettungsdienst: Es bestand der Verdacht einer Ebola-Erkrankung.

Aufgrund dieses Verdachts weigerten sich Arzt und Sanitäter zunächst, den Mann zu untersuchen. Auch ein Transport wurde vorerst verweigert.

"Der konkrete Einsatz ist absolut korrekt und optimal gelaufen. Für die Abklärung von Ebola-Verdachtsfällen gibt es eine Verfahrensanweisung der Durchführenden im Rettungsdienst, die von den Ärztlichen Leitern Rettungsdienst bayernweit freigegeben ist", hieß es auf Nachfrage von rosenheim24.de in einer Stellungnahme von Dr. Michael Bayeff-Filloff, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am RoMed Klinikum Rosenheim und Landesbeauftragter Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Bayern der RoMed Klinik.

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Mit telefonischer Hilfe des Krankenhauses in Schwabing (München) habe der Notarzt die Abklärung nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) erstellt. "Der Notarzt muss anhand des RKI-Schemas abklären, ob ein begründeter Verdacht besteht. Sinn ist, die begründeten Verdachtsfälle von der Einsatzstelle direkt in ein Behandlungszentrum einzuliefern", so Bayeff-Filloff. "Ergibt sich der Verdacht erst im Transport zu einer regionalen Klinik, so erfolgt die Abklärung nach den genannten Richtlinien vor der Klinik im Rettungsmittel, um dann begründete Verdachtsfälle wiederum direkt in ein Zentrum zu transportieren."

Migrant nicht an Ebola erkrankt

"Im konkreten Fall wurde der an einem Infekt, aber nicht an Ebola erkrankte Patient anschließend in die Zentrale Notaufnahme des RoMed Klinikums Rosenheim eingeliefert. Die Diagnostik hat einen gängigen Infekt bestätigt. Der Patient musste zur Fortführung der notwendigen stationären Behandlung isoliert werden", so Bayeff-Filloff. Aus bettentechnischen Gründen - die Isolierbetten in Rosenheim waren alle belegt - wurde der Patient innerhalb des Konzerns in das RoMed Klinikum Bad Aibling verlegt.

"Ich möchte betonen, dass bei derzeitiger Verunsicherung und Ängste der Mitarbeiter im Rettungsdienst und Klinik um die richtige Vorgehensweise zur Abklärung und Versorgung von Ebola-Verdachtsfällen in diesem konkreten Einsatz alles optimal gelaufen ist und die gemeinsamen präventiven Maßnahmen voll gegriffen haben",  stellte Dr. Michael Bayeff-Filloff klar. Der Patient ist aktuell auf einer internistischen Normalstation isoliert.

Das Referat für Gesundheit und Umwelt in München teilte auf Nachfrage von rosenheim24.de mit, dass es in Europa auch noch keinen Fall  gegeben habe, bei dem eine mit Ebola infizierte Person den Virus über den Landweg mit sich brachte. Die Reisezeit dauere viel zu lange, als dass es eine erkrankte Person so weit schaffen würde. Panikmache sei also nicht angebracht.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Picture Alliance / dpa

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