Demjanjuks Verteidiger ist schockiert

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Demjanjuks Verteidiger Dr. Ulrich Busch beim Prozess in München, 2011.

Bad Feilnbach - Nach dem Tod von John Demjanjuk hat das OVB mit seinem Verteidiger Dr. Ulrich Busch gesprochen. Der ist schockiert von der Vorgehensweise der Behörden.

Das Verfahren gegen John Demjanjuk, bei dem das Urteil im Mai 2011 ausgesetzt wurde, ist ab sofort gegendstandslos. Demjanjuk ist am frühen Samstagmorgen tot in seinem Zimmer eines Bad Feilnbacher Seniorenpflegeheims gefunden worden. Jetzt gilt wieder die Unschuldsvermutung.

Wie der Verteidiger von John Demjanjuk, Dr. Ulrich Busch, gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt mitteilte, sei er um 9 Uhr am Samstagmorgen vom Tod seines Mandanten durch die Heimleitung informiert worden. Selbst schockiert von der Nachricht, habe Busch dann Kontakt zur Familie Demjanjuks in den USA aufgenommen und ihnen die Nachricht überbracht. Der Verteidiger ist sauer: "Weder Todesursache noch genauer Todeszeitpunkt werden mir von der Polizei mitgeteilt!" Ihm zufolge wurden seinem Mandanten durch den Prozess die letzten drei Lebensjahre genommen: "Deutschland kann alles andere als stolz auf diese Handhabung sein!"

Demjanjuks Verteidiger appelliert an die deutsche Regierung, sich wegen einer Überführung des Leichnams an die USA zu wenden. Der sehnlichste Wunsch seines Mandanten sei gewesen, in den USA bestattet zu werden. "Man sollte der Familie ermöglichen, das Grab ihres Vaters und Mannes besuchen zu können", so Busch. Demjanjuks Frau ist es aufgrund einer Krankheit nicht möglich, nach Deutschland zu fliegen. Sein Sohn hingegen war im Herbst 2011 zu Besuch in Bad Feilnbach. "Das hat der Familie und meinem Mandanten sehr viel bedeutet." Der Antrag auf Wiederaufnahme in die USA ist damals gescheitert.

Silvia Mischi/df

Quelle: rosenheim24.de

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