"Chiemseer" muss Namen ändern

So reagierte der Brauerei-Chef auf das Paukenschlag-Urteil

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Rosenheim/München - Es wird nicht am Chiemsee, sondern in Rosenheim gebraut - deshalb darf das "Chiemseer"-Bier nicht mehr "Chiemseer" heißen. Diese Entscheidung traf das Oberlandesgericht am Donnerstagsmittag.

Die Kernfrage am Oberlandesgericht lautete am Donnerstag: Wo genau fängt denn der Chiemgau an? Angezeigt wurde das Chiemgauer Brauhaus von der Wettbewerbszentrale mit der Argumentation, dass Kunden, die das Bier überregional kaufen, in die Irre geführt werden. Stefan Degmair, Anwalt der Wettbewerbszentrale attackierte das Chiemgauer Brauhaus, so berichtet das OVB am Freitag, vor Gericht scharf: „Die Bezeichnung hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun." Rosenheim liege nicht im Chiemgau, schon gar nicht am Chiemsee. "Rosenheim ist nicht mal in Sichtweite.“

„Da fahr ich doch mit dem Radl hin“

Das sieht die Brauerei anders: Michael Nieder, Anwalt der Brauerei, argumentiert vor Gericht so: Der Chiemgau liege rund um den Chiemsee; der Landkreis Rosenheim erstrecke sich bis zum Chiemsee und umfasse ihn hufeisenförmig. Von Rosenheim nach Prien seien es gerade mal 16 Kilometer. „Da fahr ich doch mit dem Radl hin“, sagt Ferdinand Steinacher (Chef der Auerbräu-Brauerei), „obwohl ich nicht der Schnellste bin", berichtet das OVB weiter.

"Verengte Heimatbrille"

Doch dieser Argumentation folgten die Münchner Richter nicht. Es wird nicht am Chiemsee, sondern in Rosenheim gebraut - deshalb darf das "Chiemseer"-Bier nicht mehr "Chiemseer" heißen. Steinacher dürfe nicht „die verengte Heimatbrille“ aufsetzen. Das Chiemseer darf nicht angeboten oder vertrieben werden, bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro.

Laut OVB reagierte Steinacher auf das Urteil so: „Ich trinke jetzt erst einmal ein "Chiemseer" und schlafe eine Nacht drüber, und morgen schauen wir weiter.“ Das Urteil möchte er voraussichtlich vor dem Bundesgerichtshof angreifen.

mh

Quelle: rosenheim24.de

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