Weitere 30 Vermisste auf Grund des Sees

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Die Sonarsonde zur Bergung wird ins Wasser des Chiemsees gelassen

Prien – Die Leiche eines Chiemgauers wurde nach fast acht Jahren aus dem Chiemsee geborgen. Die Polizei vermutet weitere Tote auf dem Grund.** NEU: Fotos & Details zur Bergung **

Im August 2004 sprang ein 69-jähriger Grabenstätter aus einem Elektroboot in den Chiemsee. Der Rentner wollte seinen in Not geratenen Hund retten und brachte sich dabei selbst in Gefahr. Seine Frau blieb im Boot. Aufgrund starken Ostwindes wurde die Situation schnell dramatisch: Hohe Wellen trugen den Schwimmenden immer weiter vom Boot ab. Die Frau rief vergeblich um Hilfe. Erst später - die Wasserschutzpolizei ging damals von einem Zeitfenster von rund 15 Minuten aus – wurde der schwimmende Hund und die mittlerweile bewusstlose Frau im treibenden Boot entdeckt. Die damals sofort eingeleitete Rettungs- und Suchaktion brachte keine Ergebnis, die Beamten der Wasserschutzpolizei konnten den Familienvater nicht bergen.

Fotos der Vermissten-Suche aus dem Jahr 2004:

Chiemsee: Suche nach Vermissten im Jahr 2004

Durch neue technische Möglichkeiten und die Zusammenarbeit der Wasserschutzpolizei Prien am Chiemsee und Christian Müller, Inhaber der Münchner Firma Tauchdienste, konnte nun der Leichnam des acht Jahre lang verschollenen Mannes gefunden werden.

Die Bergung 2012

Da der genaue Untergangsort des Vermissten nicht bekannt war, wurde in einem mehrtägigen Einsatz einen zwei Quadratkilometer großen Bereich südlich der Insel Herrenchiemsee mit einem Sidescan-Sonar abgesucht. Die anschließende Auswertung der gesammelten Daten erbrachte rund 1.900 Objekte auf dem Gewässergrund, die zunächst nach Relevanz eingestuft wurden, um sie daraufhin systematisch vor Ort zu überprüfen. Diese Überprüfung erfolgte durch die Beamten der Wasserschutzpolizei Prien am Chiemsee mit deren neuem Unterwasserroboter und einem Rundum-Sonargerät. Bei der Überprüfung von Punkt Nr. 18 auf der langen Liste war der Körper des Vermissten schließlich auf dem Monitor zu sehen. Die Leiche wurde dann durch Taucher der Münchner Bereitschaftspolizei aus dem mehr als 17 Meter tiefen Wasser geborgen.

Die Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung wenige Tage später belegen zweifelsfrei die Identität des Mannes.

Die Polizei verständigte sensibel die Kinder des Toten, die wiederum die Nachricht ihrer Mutter und der Witwe des Verstorbenen überbrachten. Nach fast acht Jahren Ungewissheit kann nun die Familie Abschied nehmen und den Verstorben in seiner Heimat beisetzen.

Weitere Opfer im Chiemsee

Die moderne Technik kann hoffentlich auch bald anderen Familien, die tragische Unfälle bewältigen mussten, die Möglichkeit für Gewissheit bieten. Traurige Gründe für weiter Einsätze gibt es leider genug. „Wir gehen in unseren Schätzungen von rund 30 ungeborgenen Toten im Chiemsee aus“, erklärt Polizeisprecher Jürgen Thalmeier im Gespräch mit chiemgau24.

cs/ch24/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd/Pressemitteilung Tauchdienste

Quelle: chiemgau24.de

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