Bundeswehr-Areale werden zur Hängepartie

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Die zivile Nutzung bisheriger Bundeswehr-Areale ist in Fürstenfeldbruck wohl ab 2019 möglich.

Fürstenfeldbruck/Kaufbeuren - Einige bayerische Städte trifft die Bundeswehrreform besonders hart. Wegen langer Wartezeiten ist die zivile Nutzung der Areale aber momentan Zukunftsmusik.

 „Alle Bemühungen, auf dem Gelände des Fliegerhorstes etwas anzusiedeln, dauern schon viel zu lange“, sagte Fürstenfeldbrucks Zweiter Bürgermeister Johann Schilling (CSU). Tags zuvor war bekannt geworden, dass die Bundeswehr den dortigen Standort voraussichtlich 2019 verlassen will. „Potenzielle Investoren wollen aber eine zeitnahe Perspektive“, kritisierte Schilling.

Interessenten für die Nutzung des Fliegerhorstes mit 220 Hektar Fläche stünden seit Bekanntgabe der Schließung vorigen Herbst bei der Stadt Schlange. „Uns sind aber wegen der langen Wartezeit die Hände gebunden“, sagte der Vize-Rathauschef. „Das Abziehen der Bundeswehr ist das eine, Handlungsoptionen sind das andere.“ Die Stadt sei finanziell nicht in der Lage, das gesamte Areal vom Bund zu erwerben, sondern auf private Investoren angewiesen. Es gebe allerdings Überlegungen, zusammen mit Nachbargemeinden dort ein Gewerbegebiet auszuweisen.

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) sieht den Zeitplan für die Standortschließungen ohnehin nur als eine Orientierung für die Beschäftigten. „Für die Kommune ändert sich nichts. Wir haben uns von Anfang an auf einen Zeithorizont von mehreren Jahren eingestellt“, sagte Bosse. „Dabei war immer klar, dass wir keinen Tag verlieren dürfen.“ Die Soldaten sollen die Allgäuer Stadt bis Ende 2017 verlassen.

Zur künftigen Nutzung der freiwerdenden Liegenschaften gebe es die Idee, eine Außenstelle der Hochschule Kempten mit etwa 600 Studenten in Kaufbeuren zu etablieren, sagte Bosse. „Auf dem Gelände gibt es über 250 Lehrsäle und Sporteinrichtungen - es ist also für eine Hochschule prädestiniert.“ Verhandlungen mit der bayerischen Staatsregierung liefen. Außerdem hofft der Rathauschef, dass sich in Kaufbeuren neue Firmen ansiedeln.

dpa

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