Ehrung der Bender-Zwillinge in Brannenburg für Olympia-Silber

Lars Bender: "Wir feiern lieber mit der Heimat!"

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Brannenburg - Silber bei Olympia nach Elfmeterschießen: So knapp an Gold vorbei zu schrammen ist zwar ärgerlich, aber doch ein großer Erfolg. Und den werden unsere Brannenburger Profikicker Sven und Lars Bender so schnell nicht vergessen. Für diese herausragende Leistung wurden die beiden am Sonntag in ihrer Heimat geehrt.

"Ich bin vor 15 Minuten erst zu Hause angekommen", erklärt Sven Bender beim Sektempfang der Zwillinge im Rathaus am Sonntag gegen 13 Uhr. Viele Gäste drängen sich in das Büro des ersten Bürgermeisters der Gemeinde Brannenburg, Matthias Jokisch. Unter anderem dessen Familie, der zweite Bürgermeister Florian Hörhammer, Fotografen und Pressevertreter sowie natürlich die Geehrten Sven und Lars Bender.

Bastian Schweinsteiger hat leider seine Heimatverbundenheit auf dem Weg nach oben abgelegt.

Sehr natürlich und sympathisch wirken die international bekannten Fußballprofis, plaudern bei einem Gläschen Sekt über ihre Erlebnisse in Olympia. Freundschaftlich und gelassen ist die Stimmung in dem kleinen Büroraum, als einer der Brüder einräumt: "Nach Brasilien werden wir bestimmt nie wieder reisen. Da wollen wir nicht mehr hin." Von den Brasilianern seien sie beim Endspiel nur ausgebuht worden, das habe den gebürtigen Rosenheimern, die in Brannenburg groß geworden sind, verständlicherweise nicht geschmeckt.

Verwechslungsgefahr! Selbst der Bürgermeister ist davor nicht gefeit

Nachdem sich die Benders im Jahr 2011 für den Erfolg mit ihren jeweiligen Vereinen in der Bundesliga ihren ersten Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde verdient hatten, durften sie sich am Sonntag für ihre Leistung bei den Olympischen Spielen zum zweiten Mal im Buch verewigen. Anschließend nahmen die beiden Bürgermeister und die Bender-Brüder in einer vorgefahrenen Pferdekutsche Platz und fuhren, begleitet von sich anhängender Presse und Fans, zum Sportheim des TSV Brannenburg.

Die optische Ähnlichkeit der Zwillinge ist verblüffend, unterscheiden kann man sie als Außenstehender nur an der T-Shirtfarbe. Auch der Bürgermeister gesteht: "Ich habe keine Ahnung welcher Lars und welcher Sven ist." Bei seiner Ansprache im Biergarten des Sportheims wird dies deutlich, als Herr Jokisch dem Publikum verkündet: "Lars ist erst kurz vor der Ehrung in Brannenburg angekommen. Sven ist schon eine Weile hier." - "Genau andersrum!", widersprechen die Zwillinge lachend. Sie sind es anscheinend gewohnt, verwechselt zu werden.

Fotos von der Ehrung der Zwillinge

Auch von Vertretern des Sportvereins werden die Benders hoch gelobt. "Der Kontakt war nie weg. Auch als sie zum 1860 München wechselten, kickten die beiden noch aushilfsweise in der Heimat mit", äußert der zweite Vorsitzende.

Als alle Offiziellen ihre Ansprachen beendet haben, wird den Benders das Mikrofon in die Hand gedrückt. "Wir feiern lieber mit der Heimat, als mit ganz Deutschland. Hier wissen die Leute, wie man feiert." Zudem möchten sie dem Verein, bei dem ihrer beider Karriere im Alter von vier Jahren begann, "etwas zurückgeben" und den Nachwuchs durch Spenden fördern.

Interview mit Lars Bender

Der um zwölf Minuten ältere Bender-Zwilling Lars nimmt sich nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung Zeit, der Presse einige Fragen zu beantworten. Es sei ein tolles Gefühl, äußert er, wenn persönliche internationale Erfolge in der Heimat Anerkennung fänden. Zudem sei es ein schönes Erlebnis gewesen, nach langer Zeit wieder einmal mit seinem Bruder zusammen zu spielen, auch wenn man anfangs "das Spielverständnis neu aufbauen" habe müssen.

Der Medaillengewinn sei eine seltene, wenn nicht gar einzigartige Gelegenheit gewesen, die sein Bruder und er unbedingt nutzen wollten. So ganz realisieren können die Brüder ihre Topleistung noch nicht. "Die Zeit seit dem Finalspiel ist wie ein Film abgelaufen", bekennt Lars.

"Irgendwann wohnen wir wieder hier unten"

Auf die Frage, was er denn am liebsten täte, wenn er in der Winter- oder Sommerpause in der Heimat zu Besuch sei, antwortet er: "Das ist für uns wie Urlaub. Wir müssen dafür nicht irgendwo ins Ausland reisen. Am liebsten besuche ich Familie und Freunde, gehe an den See, in die Berge oder zum Golfen." Das Verhältnis zum Verein sei ausgezeichnet, man habe sich "nie verloren", wieder hier zu sein fühle sich an "als wäre man nie weg gewesen".

Für die Zukunft haben sich die auf dem Boden gebliebenen Brannenburger Profikicker vorgenommen, "auf jeden Fall wieder zusammen zu spielen". Zudem ist sich Lars sicher, dass beide Brüder nach dem Ende ihrer Karriere in ferner Zukunft, definitiv wieder nach Oberbayern ziehen werden. 

Bis dahin wünschen wir Ihnen weiterhin viel Erfolg in der Bundesliga und international und hoffen, dass sie auch in Zukunft immer wieder gerne nach Brannenburg kommen.

Annalina Jegg

Quelle: rosenheim24.de

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