Symbolisches Seebegräbnis am Chiemsee

Grüne beerdigen "gemeuchelte" Alpenkonvention

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Bernau/Chiemsee - Mit einem symbolischen Seebegräbnis haben Bayerns Landtags-Grüne gegen die geplante Skischaukel am Riedberger Horn in den Allgäuer Alpen protestiert.

Die Grünen werfen symbolisch einen Sarg ins Wasser

Angeführt von ihren Fraktionschefs Margarete Bause und Ludwig Hartmann versenkten die Grünen am gestrigen Mittwoch, 12. Oktober, am Ufer von Bernau einen Sarg im Chiemsee. 

Darin ließen sie die Alpenkonvention - eine Übereinkunft der Anrainerstaaten zum Schutz ihrer Berge - untergehen. Hartmann forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf, den "Umweltfrevel am Riedberger Horn zu unterbinden".

In unmittelbarer Nähe legte zu dem Zeitpunkt ein Sonderschiff mit den Gästen eines Staatsempfanges der bayerischen Staatsregierung für die Tagung der Minister aus den acht Alpenländern Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz und Slowenien ab. Die Teilnehmer bekamen "Sterbebildchen" überreicht.

Protestaktion gegen die Politik der CSU

Die Grünen beerdigen die "gemeuchelte" Alpenkonvention

Naturschützer und Landtags-Opposition laufen Sturm gegen die von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) befürwortete Ausnahmegenehmigung für den nach dem internationalen Alpenplan eigentlich verbotenen Liftbau am Riedberger Horn. Sie wollen dagegen klagen. Der Streit prägt auch die bis Donnerstag dauernden Beratungen der Alpen-Umweltminister über den Schutz der Berge.

Skischaukel widerspricht den Zielen der Alpenkonferenz 

Deutschland wird heute den Stab an Österreich übergeben – die feierliche Übergabe des Alpenkonferenz-Vorsitzes wird auf Herrenchiemsee vollzogen. Deutschland hatte den Vorsitz vor zwei Jahren übernommen. Acht Alpenländer kümmern sich in der sogenannten Alpenkonvention um die Belange unserer Berge. 

Deutschland hat sich vor allem das „Grüne Wirtschaften im Alpenraum“ auf die Fahne geschrieben. Die Staaten setzen sich besonders für den Naturschutz und die Landschaftspflege und einen nachhaltigen Tourismus ein. Thema ist aber auch die Landwirtschaft und die Wasserwirtschaft in den Bergen. Zuletzt hat es aber auch massive Kritik aus den Reihen der Umweltorganisationen gegeben. 

Eine geplante Skischaukel im Allgäu widerspricht eigentlich den Zielen der Alpenkonvention. Bei einem Bürgerentscheid hat es ein „Ja“ für das Projekt gegeben. Die Alpenkonferenz endet morgen in Grassau.

dpa/lby/Radio Charivari

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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