So durchquerten Martin Tschepe und seine Begleiter den Chiemsee schwimmend

Seen-Sucht 5: "Wellenreiten im bayerischen Meer"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Chiemsee verlangte den Schwimmern (hier zu sehen Christof „Wandi“ Wandratsch und Jochen Aumüller) so einiges ab.

Chiemsee/Seebruck/Bernau - Von Seebruck zur Fraueninsel und dann nach Bernau - eine Strecke, die man normalerweise mit der Dampferfähre zurücklegt. Nicht aber die Schwimmer Martin Tschepe, Jochen Aumüller und Christof „Wandi“ Wandratsch, die dieses gute Stück kraulten. Ein kleiner Nachbericht:

Wie wirbt der Schwimmsport doch immer ganz gerne: "Schwimmen ist nicht nur endlos Kacheln zählen". Soll heißen: Man kann an vielerlei Orten schwimmen, nicht nur im lokalen Hallenbad. Der Langstrecken- und eisschwimmer Martin Tschepe hat dieses Motto verinnerlicht, und durchschwimmt in seinem Projekt "Seen-Sucht" die zehn größten Seen Deutschlands - für einen guten Zweck.

Am Samstag stand nun die fünfte Etappe seines eindrucksvollen Vorhabens auf dem Programm: der Chiemsee. Begleitet wurde er dabei von seinem Bernauer Freund Jochen Aumüller und von Christof „Wandi“ Wandratsch, zwei erfahrene und erfolgreiche Langstreckenschwimmer. Ursprünglich war die Durchquerung des Bayerischen Meeres sogar schon für Anfang Mai angesetzt, doch sechs Grad kaltes Wasser bei anhaltenden Schneefällen hielt dann sogar diese drei Extremsportler von ihrem Plan ab.

Gemütliches Kraulen in ungemütlicher See

Am Samstag gab es dann aber kein Pardon mehr, auch wenn die Bedingungen wieder alles andere als optimal waren. Wegen vorhergesagten Gewittern startete die Gruppe um Martin bereits um halb sieben in der Früh. Lediglich ausgerüstet mit einem Stand-Up-Paddle, einer Sicherheitsboje und einem wasserdichten Schwimmsack geht das stundenlange, "gemütliche" Kraulen los.

Erstes großes Zwischenziel: die Fraueninsel, eine Distanz von 8,5km (Luftlinie). Schon ohne äußere Einflüsse ein gewaltiges Stück, dass Martin, Jochen und Christoph zurücklegen müssen. Hinzu kommt, dass es das Wetter auch nicht unbedingt gut mit den Schwimmern meint. Gewitterwolken erscheinen am Himmel und es zieht immer mehr Wind auf. Der Chiemsee erklärt wieso er nicht zu Unrecht das "Bayerische MEER" genannt wird. Bis zu 1,5 Meter hohe Wellenberge türmen sich auf und die Dreier-Gruppe wird unfreiwillig zu Wellenreitern.

Zwischenstopp auf der Fraueninsel

Kein Wunder also, dass die Extremsportler unbeabsichtigt einen Zick-Zack-Kurs schwimmen und auf der Fraueninsel nach vier Stunden bereits 10 Kilometer "in den Armen und Beinen haben". Die idyllische Insel hinterlässt mit ihren hübschen Gärten, kleinen Häuschen und Spazierwegen Eindruck, auch wenn ein längerer Aufenthalt nicht vorgesehen ist. Während einem kurzen Spaziergang stoßen sie auf einige Ausflügler, die es kaum fassen können, dass die Gruppe um Martin nicht wie gewöhnlich mit dem Dampfer-Schiff auf die Insel übersetzte, sondern kraulend auf die Insel gelangt war.

Und auch der Rückweg auf das Festland soll so zurückgelegt werden, allerdings ist dieses Mal das Strandbad Felden in Bernau das Endziel. So steigen die drei Schwimmer halt wieder ins Wasser, obwohl sich die Vorfreude auf die verbleibenden sechs Kilometer eher in Grenzen hält. Dabei passieren sie die Herreninsel, die sie trotz großen Interesses wegen möglicher  weiterer Wetterkapriolen leider nicht mehr auf dem Land besichtigen können.

Nach knapp 5 1/2 Stunden - geschafft!

Die verbleibenden Kilometer legt der Schwimmtrupp selbst für ihre Verhältnisse schnell zurück und erreicht schließlich nach 5.23 Stunden Nettoschwimmzeit den charakteristischen Eisberg des Strandbads Felden in Bernau. Erschöpft und stolz zugleich blicken Martin, "Wandi" und Jochen auf 16,3 zurückgelegte Kilometer zurück. Diese Distanz in der Zeit ist selbst für die drei erfahrenen Schwimmer eine richtig gute Leistung.

Trotz der großen Anstrengungen ist die Stimmung weiterhin gut. Martin kündigt an, bei seinem nächsten Aufenthalt gemeinsam mit Jochen auch die Herreninsel zu besuchen - schwimmend wohlgemerkt. Und auch Wandi kann sich bei dem inzwischen einstätzenden Starkregen einen lustigen Spruch nicht verkneifen: "Mist, jetzt werden wir ja nass“.

Langstreckenschwimmer durchqueren Chiemsee

Hier finden Sie weitere Informationen um Martin Tschepe und seine Begleiter im Chiemsee.

Martin Tschepe
Jochen Aumüller
Christof WandratschWeitere Informationen, unter anderem mit einer Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung, zu Martins gemeinnützigem Projekt finden Sie unter www.bahn9.de.

mwi

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser