Vom DFB-Pokalfinale ins Hochwasser

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Berchtesgaden - Er ist erst seit ein paar Wochen 1. Feuerwehrkommandant in Berchtesgaden und musste bereits seinen dritten Großeinsatz bewältigen: Thomas Pfnür. Wir haben mit ihm gesprochen.

Für Thomas Pfnür begann der Hochwasser-Einsatz am Samstag kurz nach 23 Uhr. Hatte ihn nur wenige Tage nach seiner Beförderung ein Hotel-Großbrand in der Oberau gefordert, so folgte im Mai der Brand und die Beinahe-Katastrophe in der Watzmann-Therme. Nun also das Hochwasser, das auch Berchtesgaden hart traf.

Gegen 23 Uhr alarmierten die ersten besorgten Bürger die Feuerwehr. Die Kameraden waren nach einem anstrengenden Ausbildungstag zusammengesessen und hatten das DFB-Pokalfinale gesehen, als es anfing, stark zu regnen.

Diese Nacht wird er nie vergessen

Die folgende Nacht wird Thomas Pfnür lange nicht vergessen: Zunächst meldete sich eine besorgte Frau aus der Gemeinde und schilderte, dass das Wasser höher als 30 Zentimeter über die Straße rinne und dass diese eigentlich schon weggespült werde. Daraufhin rückte die Feuerwehr aus und musste den Beginn eines massiven Einsatzes feststellen.

In Maria Gern wurden über zehn Murenabgänge verzeichnet. "Wir konnten nur die Bewohner einzelner Häuser evakuieren und in Sicherheit bringen, weil es teilweise viel zu gefährlich war", so Thomas Pfnür.

Mehrere Einsätze gleichzeitig

Plötzlich brach das Unheil los, denn schlagartig waren unheimlich viele Einsätze zeitgleich zu bewältigen: Das Klärwerk zwischen Berchtesgaden und der Unterau wurde überflutet, die Keller, unter anderem Öltankkeller, liefen voll Wasser, eine Umweltkatstrophe drohte. Zahllose Muren blockierten die Straßen und überfluteten die B305 Richtung Marktschellenberg entlang der Königsseer Ache.

Die Kameraden der benachbarten Feuerwehren, darunter auch jene aus Freilassing, waren gekommen, um den Berchtesgadenern beizustehen und zu helfen. Tausende Sandsäcke mussten gelegt werden. "Glücklicherweise haben wir immer gleich mehrere hundert Säcke gefüllt gelagert und konnten so sehr schnell reagieren - doch gleichzeitig mussten weitere gefüllt werden", berichtet Pfnür.

Keine Verletzten im Landkreis

Im Gegensatz zum benachbarten Österreich blieb es in Berchtesgaden bei enormen Sachschäden, es kab keine Verletzten. Im Salzburger Land sind mindestens drei Personen in den Fluten ums Leben gekommen.

Bundeswehr im Einsatz

Am Tag nach der großen Flut unterstützten Bundeswehrangehörige die Aufräumarbeiten, da im Rahmen des ausgelösten Katastrophenfalles auch die Bundeswehr zu Hilfe genommen werden darf.

Für die Einsatzkräfte war erst nach rund 40 Stunden endgültig Schluss und die Ehrenamtlichen konnten erschöpft für ein paar Stunden nach Hause gehen. Ein kleiner Teil der Mannschaft setzt nun die volle Einsatzbereitschaft wieder her.

Aktivnews

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © bit

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