Bambi-Gewinner als Bauherr am Chiemsee

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Einen Bambi hat er schon - für das Irmengardhof-Projekt in Mitterndorf hätte Jürgen Schulz eigentlich einen weiteren Preis verdient. Die Unterstützung der OVB-Leser ist ihm sicher. Schon 25.000 Euro wurden gespendet.

Rosenheim/Gstadt - Oscar-Preisträgerin Kate Winslet sah man mit feuchte Augen, als Jürgen Schulz das goldene Reh erhielt. Doch statt über den Bambi redet er lieber über ein Projekt von heute: den Umbau des Irmengardhofs.

Rente mit 65 oder mit 67? Eine Frage, die sich im Fall Jürgen Schulz zum Glück nicht stellt. Denn ohne den Vorstand der Björn-Schulz-Stiftung würde es das Irmengardhof-Projekt bei Gstadt nicht geben. Mit 71 verschwendet der Bambi-Gewinner und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande keinen Gedanken an den Rückzug.

Im Gegenteil: Unermüdlich treibt er den Umbau des ehemaligen Klosterhofes am nördlichen Chiemsee-Ufer voran. Schon im Sommer 2011 sollen dort die ersten Kinder mit ihren Familien lachen, spielen und ausspannen. "Mit Hilfe der Leserinnen und Leser des Oberbayerischen Volksblattes können wir es schaffen", baut Schulz auf die OVB-Weihnachtsaktion "Gemeinsam für krebskranke Kinder".

Der Start ist gelungen: Fast 25 000 Euro - darunter 5000 Euro vom OVB-Medienhaus - sind auf dem Spendenkonto bei der Sparkasse Rosenheim eingegangen (siehe Seite 20). Jeder Cent fließt direkt ohne Abzug in den Irmengardhof und kommt damit krebs-, schwerst- und chronisch kranken Kindern samt ihren Familien zugute.

"Wenn schwere Krankheit und Tod in eine heile Kinderwelt einbrechen, leistet Jürgen Schulz mit mehreren Projekten seit über 25 Jahren Hilfe für die Familien und ihre Kinder", so die Begründung der Bambi-Jury.

Den Bambi in der Kategorie "Engagement" gab es aber nicht nur als Anerkennung für sein jahrzehntelanges Bemühen, den Betroffenen im Kampf gegen Krankheit und Tod beizustehen, sie zu begleiten und die Heilungschancen zu verbessern. "Nicht die Krankheit, sondern die Freude am Leben steht im Vordergrund des beispielhaften Engagements von Jürgen Schulz", würdigte die Jury weiter.

1983 starb Björn, der Sohn von Jürgen Schulz, als Bub im Alter von sieben Jahren an Leukämie. Nach kräftezehrenden Phasen des Schocks, der Trauer und der Leere hat der Vater neuen Lebensmut gefasst, Schlagfertigkeit und Humor wiedergefunden. Und so lebt Sohn Björn weiter. Seine leuchtenden Augen geben der Stiftung und der OVB-Weihnachtsaktion ein Gesicht.

1983, kurz nach dem Tod des Sohnes, gründete Jürgen Schulz mit anderen Betroffenen den Verein "Kinderhilfe" für leukämie- und tumorkranke Kinder, der den Aufbau einer Tagesklinik für krebskranke Kinder ermöglichte. Die Resonanz war groß. So kam es 1996 zur Gründung der Björn-Schulz-Stiftung.

Schon 1997 eröffnete die Stiftung den ersten ambulanten Hospizdienst in Deutschland: das mehrfach ausgezeichnete Projekt der Familienbegleiter. 200 ehrenamtliche Kräfte sind es mittlerweile. Geschult und ausgebildet werden sie unter anderem in einer Akademie in München. Von dort ist es nicht weit zum Irmengardhof in Mitterndorf.

Noch ist das ehemalige Klostergut eine Großbaustelle. Aber bald kommt wieder Leben in die seit vielen Jahren leerstehenden Gebäude, davon ist Schulz überzeugt. Zumal er in Oberbayern nicht alleingelassen wird: als Antreiber ein charismatischer und mitreißender Bambi-Gewinner, als Schirmherrin Karin Seehofer, die Frau des Bayerischen Ministerpräsidenten, dazu die Großherzigkeit der OVB-Leser - eine Kombination, die große Hoffnungen weckt.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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