Landratsamt: "Keine Ansteckungsgefahr"

Asylbewerber mit Tuberkulose-Verdacht in Klinik!

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Brannenburg - Derzeit herrscht große Sorge bei den Anwohnern in der Umgebung der Steinbeisstraße. Wie jetzt herauskam, ist ein Bewohner des dortigen Flüchtlingsheims mit dem Verdacht auf eine gefährliche Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert worden!

Wie das Landratsamt Rosenheim nach Recherchen und auf Anfrage von rosenheim24.de am Donnerstag bestätigt hat, ist ein Bewohner einer Asylbewerberunterkunft am Montag mit Verdacht auf eine Tuberkuloseinfektion in ein Krankenhaus eingeliefert worden. An dem Einsatz waren laut Landratsamt First Responder, Rettungssanitäter und ein Notarzt beteiligt.

Derzeit offenbar keine Ansteckungsgefahr

"Sollte sich der Verdacht einer Tuberkulose bestätigen, wird das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim eine Umgebungsuntersuchung bei Kontaktpersonen des Erkrankten durchführen, um zu überprüfen, ob eine Ansteckung von Kontaktpersonen stattgefunden hat. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass Kontaktpersonen ohne Krankheitssymptome als nicht ansteckungsfähig gelten. Ebenso sind Kinder unter fünf Jahren aufgrund ihres geringen Hustenstoßes nicht ansteckungsfähig, so dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Ansteckungsgefahr von Kontaktpersonen des Erkrankten ausgeht", erklärte Pressesprecher Michael Fischer. 

Angaben zur Nationalität, dem Geschlecht und dem Alter sowie dem Gesundheitszustand der betroffenen Person wollte Fischer nicht machen. Diese Angaben würden unter die ärztliche Schweigepflicht fallen, hieß es. Klarstellen wollte Fischer aber eines: "Nur ein Erkrankter, nicht aber ein Infizierter kann andere anstecken!"

Was ist TBC?

Die Tuberkulose (kurz Tb, TB, Tbc oder TBC) ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt. Sie führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an.

Wie erfolgt Übertragung?

Tuberkulose-Erreger

Im Allgemeinen wird die Tuberkulose durch Tröpfcheninfektion übertragen. Entsprechend muss ein enger Kontakt zu einem Erkrankten bestehen, um Tuberkuloseerreger, die beim Husten oder Niesen vom Erkrankten freigesetzt werden, über die Atemwege aufzunehmen. Selbst im Falle einer Infektion erkranken nur 10 Prozent der Menschen und 90 Prozent bleiben gesund, obwohl sie sich angesteckt haben. Die Zeit bis zur Ausbildung einer ansteckungsfähigen Tuberkulose beträgt mehrere Wochen bis zu mehrere Jahre.

Sind Keime im Auswurf nachweisbar, spricht man von "offener Tuberkulose", bei Keimnachweis in anderen äußeren Körpersekreten von "potentiell offener Tuberkulose". Die Krankheit unterliegt in der EU und in weiten Teilen der Welt der namentlichen Meldepflicht.

Keine Schutzimpfung mehr

Bis Ende der 90er gab es in Deutschland eine Schutzimpfung gegen Tuberkulose. Diese Impfung wird inzwischen von der zuständigen Kommission nicht mehr empfohlen, weil die eingeschränkte Wirksamkeit die Impfkomplikationen (Lübecker Impfunglück) nicht aufwiegen konnte.

Kein Großeinsatz der Polizei

User hatten rosenheim24.de zunächst über einen vermeintlichen "Großeinsatz" von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften am Montagabend in der Steinbeisstraße informiert. Bei der Polizei ist aber kein entsprechender Einsatz hinterlegt. Die Beamten wussten auf Nachfrage nur von einem Vorfall wegen einer Ruhestörung am späten Samstagabend, 10. September, so dass diese vermeintliche "Spur" zunächst ins Leere führte. "Allerdings wird das Objekt dort regelmäßig bestreift. Wir zeigen dort Präsenz und wollen den Bürgern vermitteln, dass die Polizei stets in ihrer Nähe ist", erklärte Polizeisprecher Andreas Guske. 

mw

Quelle: rosenheim24.de

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