Bau bei Altenmarkt könnte schon bald beginnen

Gericht: Großumfahrung und Tunnel können kommen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
So wird die B304 künftig rund um Altenmarkt führen: Von Obing kommend der Aubergtunnel nach Norden in Richtung Trostberg, von da weg führt die neue B304 östlich an Altenmarkt vorbei, bis sie kurz vor St. Georgen wieder auf die alte Strecke trifft.

Altenmarkt - Seit 20 Jahren wird geplant, jetzt dürfte die Umfahrung für Altenmarkt durch sein: Nach einer Verhandlung am Verwaltungsgerichtshof München besteht ab sofort Baurecht für den Aubergtunnel.

UPDATE, 10.30 Uhr:

Stellungnahme des Staatlichen Bauamtes Traunstein im Wortlaut:

Höchst erfreut zeigte sich das Staatliche Bauamt Traunstein über das Ergebnis der Gerichtsverhandlung am gestrigen Mittwoch vor dem 8. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) in München unter dem Vorsitz von VGH-Vizepräsidenten Dr. Erwin Allesch: Nach einem Vergleich besteht ab sofort Baurecht für den ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung von Altenmarkt. Noch im Oktober sollen die Portalbereiche gerodet werden, die vorbereitenden Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen.

Der Zuhörerandrang bei der langersehnten Verhandlung war so groß – aus Altenmarkt waren viele Bürger in die Landeshauptstadt gefahren – dass die Verhandlung mit einstündiger Verspätung begann. Sie wurde vom viel zu kleinen Sitzungssaal des VGH an der Ludwigstraße in einen größeren Saal des Verwaltungsgerichts (VG) an der Bayerstraße verlegt.

Im Verlauf der mehrstündigen Verhandlung zeigte sich bald immer deutlicher, dass das ursprüngliche Ziel des Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e.V. (UVA), diese Baumaßnahme mit Klagepunkten zur fehlenden Planrechtfertigung und zur falschen Abschnittsbildung zu verhindern, keinerlei Aussicht auf Erfolg haben werde. Ebenso wurden die Alternativvorschläge des UVA zum Bau eines Kreisverkehrs am Schneeweiseck und zur weiträumigen Verlagerung des Nord-Süd-Bundesstraßenverkehrs über einen Korridor im Osten entlang der Kreisstraße TS 1 über Palling und Kammer als nicht sachgerecht verworfen.

Die Diskussion konzentrierte sich daher auf die artenschutzrechtliche Frage, ob bei der Planung des Aubergtunnels in ausreichendem Maße Schutzmaßnahmen für Fledermäuse getroffen worden seien.

Die Lösung brachte schließlich ein überraschender Vergleichsvorschlag des UVA, den das Bauamt nach kurzer Beratung gerne annahm. Der UVA forderte eine zusätzliche Heckenpflanzung als Leitstruktur für die Fledermäuse im Bereich zwischen dem Nordportal des Aubergtunnels und dem geplanten Kreisverkehr nördlich davon. Die gemeinsam konstruktiv erarbeiteten Vergleichsmodalitäten ermöglichen es dem Staatlichen Bauamt Traunstein als Vorhabenträger, diese ohne ein Planänderungsverfahren umzusetzen.

Der UVA hat erfreulicherweise erklärt, keine weiteren rechtlichen Schritte gegen die Ortsumgehung Altenmarkt BA 1 vorzunehmen und die Maßnahme auch auf seinem Grundstück zu dulden. Daher besteht somit seit dem Ende der gestrigen Verhandlung vollziehbares Baurecht für den Aubergtunnel!

Dies ist insbesondere für die gesamte Nord-Süd-Bundesstraßenverbindung der B299 und B304 ein entscheidender Meilenstein. Entlang dieser sog. „Traun-Alz-Achse“ reihen sich wie an einer Perlenschnur mehrere geplante Straßenbaumaßnahmen aneinander: im Norden beginnend mit der Ortsumgehung Garching über die Ortsumgehungen Tacherting und Trostberg, die Ortsumgehung Altenmarkt mit ihren beiden Bauabschnitten bis hin zur Ortsumgehung Nunhausen/Matzing soll langfristig der Nord-Süd-Bundesstraßenverkehr verkehrssicher und leistungsfähig geführt werden und die Anlieger in den derzeitigen Orts- durchfahrten deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Alle diese Projekte sind im derzeit in Aufstellung befindlichen neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 im Vordringlichen Bedarf eingestuft. Dies ist die höchste Dringlichkeitskategorie und zeigt, dass der Bund nicht nur die Notwendigkeit der Stärkung dieser wichtigen Nord-Süd-Verbindung, sondern insbesondere auch die Dringlichkeit der Lösung der ein- zelnen Problempunkte erkannt und gewürdigt hat.

Der Aubergtunnel ist das Herzstück der Gesamtmaßnahmen auf der „Traun-Alz Achse“ und bewirkt bereits in einem ersten Schritt eine Entlastung von Altenmarkt und eine Verstetigung des Verkehrsflusses durch die Herausverlagerung des Übereck-Verkehrs von der B304 von Westen (Obing / Wasserburg) kommend in Richtung Norden nach Trostberg und umgekehrt.

Die vollständige Entlastung für Altenmarkt wird mit der Herausverlagerung des Nord-Süd- Verkehrs durch den Bau des zweiten Bauabschnitts der Ortsumfgehung Altenmarkt gelingen. Das Staatliche Bauamt Traunstein treibt diese Planung aktuell intensiv voran und hofft nach der gestrigen Verhandlung zum ersten Bauabschnitt auch beim zweiten Bauabschnitt der OU Altenmarkt auf eine konstruktive, zielführende Zusammenarbeit mit dem UVA. Gleiches gilt für die im Norden anschließende Ortsumgehung Trostberg, um auch in diesem Bereich der B299 eine leistungsfähige und verkehrssichere Bundesstraße sowie die Entlastung der Stadt herbeizuführen.

Die ersten konkreten Schritte zur Verwirklichung des Aubergtunnels sind nun die Rodung der Waldbereiche, in denen künftig die Tunnelportale liegen werden, sowie die Vorbereitung des Baus des Unterführungsbauwerks der Dorfener Straße unter der neuen Bundessstraße. Die Rodungsarbeiten werden derzeit vorbereitet und noch im Oktober 2016 unter Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Belange ausgeführt. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, um die für die aktuell laufende Tunneldetailplanung erforderlichen Vermessungsarbeiten im Gelände durchführen zu können. Das dem Westportal des Tunnels vorgelagerte Brückenbauwerk der Unterführung der Dorfener Straße soll im Frühjahr 2017 baulich begonnen werden.

Pressemeldung Staatliches Bauamt Traunstein

Die Erstmeldung:

Fünf Stunden wurde am Mittwoch vor dem Verwaltungsgerichtshof in München verhandelt, nun steht fest: Für den Aubergtunnel, das Herzstück der Altenmarkter Umfahrung, besteht ab sofort Baurecht, wie das Trostberger Tagblatt berichtet. Durch eine Klage des "Umweltschutzverband Alztal und Umgebung" (UVA) mussten die Planungen ruhen. Im Zentrum stand dabei der Schutz von Fledermäusen rund um den geplanten Aubergtunnel.

Nun könnte es schnell gehen: Wie das Trostberger Tagblatt weiter berichtet, sollen noch im Oktober die Portale des Tunnels abgeholzt werden, die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen. 

So wird die B304 künftig um Altenmarkt verlaufen

Der Bau des Aubergtunnels wird der erste Abschnitt der großen Umfahrung für Altenmarkt. Von Obing kommend wird die B304 kurz vor der Alzüberquerung bei Blickenberg in den neuen Aubergtunnel nach Norden führen - 427 Meter wird er lang sein. Etwa auf halber Strecke zwischen Altenmarkt und Trostberg wird die neue Trasse mittels Kreisverkehr dann wieder auf die B299 führen. Die kosten liegen bei veranschlagten 13,6 Millionen Euro. Kurz darauf wird sich die ebenfalls geplante Trostberger Umfahrung anschließen, die in weitem Bogen westlich an Trostberg vorbeiführen wird

Bei St. Georgen wieder auf die alte Route

Das zweite Stück der Umfahrung zweigt vom künftigen Altenmarkter Kreisverkehr im Norden ab und führt östlich am Ort vorbei. Östlich von Stein an der Traun kreuzt die neue B304-Route mittels Kreisverkehr die Staatsstraße2093. Nördlich von St. Georgen wird die neue Trasse der B304 schließlich enden. Mit den beiden Maßnahmen sollen der hohe Durchgangsverkehr und die Staus aus Altenmarkt verbannt werden. Rund 1600 Lastwagen rollen täglich durch den Ort.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser