Neues aus dem Rupertihof in Ainring - Interview Teil 1

"Ich singe lieber live" - Hansi Berger im Interview

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Hansi Berger im Interview

Ainring - Gerade einmal 23 Jahre alt und seit über 19 Jahren schon ein Star im Volksmusikgeschäft. Die neuen Singles klingen auf einmal ganz anders. In welche Richtung geht es mit Hansi Berger?

Wer ist eigentlich Hansi Berger? Diese Frage stellt sich im Berchtesgadener Land eigentlich kaum jemand. Und bei den Fans der Volksmusik erst recht nicht. Denn: Mit gerade einmal 4 Jahren stand Hansi Berger das erste Mal im Fernsehen beim Frühlingsfest der Volksmusik von Carmen Nebel auf der Bühne

Mit sechs eröffnete er mit seinem Titel „Hallo i bins da Hansi“ den Musikantenstadl in München zum Oktoberfest. Insgesamt 3x war er bei Karl Moiks Musikantenstadl. Es folgten Auftritte bei "Wenn die Musi spielt", Wernesgrüner Musikantenschenke sowie weiteren Sendungen. Zuletzt trat er 2014 bei "Immer wieder Sonntags auf, wo er 2x die Sommerhitparade mit "Die Zeiten die san anders geworden" gewann.

2015 ist sein erstes Album "Juchee" herausgekommen, es folgten weitere Singles, wie "I hoab koa Bier mehr" und "Du da Du". Für seine Freunde, von denen viele beim FC Hammerau Fußball spielen, komponierte er 2015 eine eigene Hymne, die seitdem bei jedem Heimspiel läuft.

Abschluss mit Auszeichnung

In seiner eigenen Musik ist der Volksmusikcharakter noch immer deutlich herauszuhören, aber auch neue Stilrichtungen, wie zum Beispiel bei „I hob koa Bier mehr“ mit einem deutlichen Hang zu Reggae oder Du da Du...

Hansi, der nicht nur gerne Musik macht, sondern auch leidenschaftlich gerne kocht, hat seine Leidenschaft kochen zum Beruf gemacht und arbeitet nach seiner 4-jährigen Koch- und Kellner Lehre in Salzburg im Grünauer Hof in Wels, die er mit Auszeichnung abschloss, mittlerweile im elterlichen Betrieb in Ainring. 

Im Interview

BGLand24.de hat Hansi Berger im elterlichen Betrieb in Ainring besucht:

Hansi, zunächst einmal ein paar Worte zu Deiner neuen Sigle „Du da Du“. Du beschreibst den Titel als ohrwurmverdächtig und in der Tat, spätestens nach der dritten oder vierten Hörprobe, bekommt man den Refrain nicht mehr aus dem Kopf. Wie bist Du auf dieses Stück gekommen?

Diesen Song hat zu 80% der Manuel Six, mein neuer Musikproduzent, mit dem ich auch schon "I hob koa Bier mehr" aus Tirol gemacht habe, geschrieben. Man hört bei den neuen Produktionen, dass es in eine andere Richtung geht. Der Titel ist innerhalb von Minuten im Studio entstanden. Das Besondere dabei, beim Einsingen des Titels habe ich gefühlt wie noch nie beim Singen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Vielleicht weil ich damals auch ein wenig verliebt war. Ob es ein Hit oder Ohrwurm wird entscheiden natürlich die Zuschauer, aber es ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingstitel.

Deine eigene Musikrichtung hat zwar immer noch unverkennbare Wurzeln in der Volksmusik, aber es sind auch viele andere Stilrichtungen dabei, teils sogar in abenteuerlichen aber gelungenen Mischungen wie bei „I hob koa Bier mehr“. Wie reagiert Dein Umfeld auf diesen „Stilbruch“ mit der klassischen Volksmusik?

Es gibt viele Leute, auch aus der Branche, denen die neue Richtung sehr gut gefällt. Ich habe meine Plattenfirma vor kurzem gewechselt und bin jetzt bei einem der angesagtesten Labels in Österreich, bei Helmut Rasinger vom Label X-Hera. Der vertritt zum Beispiel Mark Pircher, die Edelseer und Mik P. Die finden das alle echt gut und somit gibt es auch viele Befürworter. Auch wenn ich mal unterwegs bin, kommen wildfremde Leute zu mir und gratulieren mir zu meinen neuen Song. 

Aber es gibt natürlich auch Kritiker, die der Meinung sind, das passt nicht, das sei peinlich. Vor allem bei dem Video zu "I hob koa Bier mehr" wo ich am Ende auf der Toilette liege. Ich finde das überhaupt nicht peinlich, denn es bin ja nicht ich, der da liegt, sondern ich schlüpfe in dem Video in eine Rolle. Das ist ähnlich wie bei einem Schauspieler, wenn jemand einen Mörder spielt, ist er selber ja nicht automatisch ein schlechter Mensch. 

Es gibt so viel Leid auf der Welt, ich wollte mit diesem Lied den Leuten ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Ich will die Leute unterhalten und da gehört "I hob koa Bier mehr" einfach dazu. Auch wenn 90% der Leute der Meinung sind, das Lied passt nicht, dann stehe ich doch dazu. Und keine Sorge, ich selber habe kein Alkoholproblem und schlafe  auch nicht auf der Toilette! 

In Deinen Videos bist Du eigentlich immer alleine zu sehen. Gibt es Hansi Berger auch mit Band?

Ich habe dieses Jahr über 60 Auftritte mit Hans Schuster von den Drei Zwidern gehabt und das war wirklich lustig. In meinem Video "I hob koa Bier mehr" gibt es eine Band, die besteht rein aus meinen Freunden. Allerdings, um ehrlich zu sein, bis auf Peter Reichenberger an der Trompete kann eigentlich keiner richtig spielen. Aber wenn man das nicht weiß, fällt das eigentlich gar nicht auf und das ist mir auch total egal. Denn mir war hier wichtig, dass meine Freunde dabei sind als Band. Dass meine erste Band aus meinen Freunden besteht, denn die gehören zu mir und darum war es mir wichtig, dass sie dabei waren.

Kannst Du Dir vorstellen, auf Tournee zu gehen? Wie viele Auftritte hast Du im Jahr? Kann man Dich auch buchen für einen Event?

Natürlich kann ich mir das vorstellen, das war ich mit meinem Vater schon oft. Ich hab gut 200 Auftritte pro Jahr, ich stehe 5, 6 Mal pro Woche im Rupertihof auf der Bühne, worüber ich sehr glücklich bin. An meinem freien Abend stehe ich meist außerhalb irgendwo auf der Bühne, was mir ebenfalls sehr viel Spaß macht. Und - ja, buchen kann man mich natürlich auch, das geht ganz einfach über meine Homepage. Dort gibt es ein Formular, dass man ausfüllen kann. Darüber freue ich mich natürlich auch immer.

Bildergalerie: Interview mit Hansi Berger (1)

Singst Du immer live oder auch mal Playback?

Playback ist etwas, dass ich gar nicht mag. Bei meinen Auftritten ist immer alles 100%ig live. Es gibt natürlich ein Halb-Playback, das ist die Aufnahme an sich.  Wenn man Stücke aufnimmt, dann hat man natürlich ein Halb-Playback. Denn wenn man alleine ist, dann kann man ja nicht alles machen. Aber ich selber und meine Ziehharmonika sind immer live. Ich finde, dass muss auch so sein. Das geht einfach nicht anders. Man hat auch viel mehr Erfolg und kann viel mehr Stimmung hineinbringen. Bei Fernsehsendungen hat man leider immer wieder Playback-Aufzeichnungen, das ist manchmal technisch nicht anders möglich. Das habe ich bei "Immer wieder Sonntags" auch schon gemacht. Aber ich singe lieber live.

Was ist Dir wichtiger: Deine Musik oder der Familienbetrieb?

Das gehört beides Zusammen. Nach der Küche geht es direkt auf Bühne. Ich koche in der Regel so bis 20 Uhr und dann geht es mit der Musik weiter. Die Mischung Gastronomie und Küche gehört für mich einfach zusammen. Nur eines davon zu machen, wäre mir zu langweilig.

Hast Du ein Vorbild?
Ganz klar, meinen Papa. Alles was ich kann, habe ich von ihm gelernt und ich möchte mich hier an dieser Stelle bei ihm auch einmal für alles, was er je für mich getan hat, gerne bedanken. Es hat schon viele Leute gegeben, die ihm vorgeworfen haben, dass er mich schon als junger Bua mit auf die Bühne genommen hat, dass er mich ausnutzt, aber das ist völliger Quatsch. Für mich war es immer die größte Strafe wenn ich nicht mit auf die Bühne durfte. Ohne ihn wäre ich nicht der geworden, der ich bin.

Wo sieht Hansi Berger sich in 20 Jahren?

Musikalisch gesehen, keine Ahnung, ich weiß nicht, wie sich die Musik entwickelt. Mir liegt sehr am Herzen und ich glaube auch ganz fest daran, dass ich irgendwann eine Familie habe, mit vielen Kindern und einer schönen Frau und natürlich dass ich gesund bleibe.


Wie die Frau aussehen muss, mit der Hansi Berger gerne eine Familie gründen möchte und was er uns sonst noch aus seinem privaten Nähkästchen geplaudert hat, lesen Sie in unserem zweiten Interview-Teil mit Hansi Berger.

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser