Kreis Migration äußert sich zu Gewalttaten in Asylunterkunft

"Die Mitbewohner schämen sich für ihre Landsleute"

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Bad Aibling - Am frühen Dienstagmorgen gab es in der Asylbewerberunterkunft in der Krankenhausstraße eine gewalttätige Auseinandersetzung. Nun äußert sich der Kreis Migration dazu.

Am 11. Oktober wurde die Polizei zur Asylbewerberunterkunft in die Krankenhausstraße gerufen. Ein Libyer (18), ein Afghane (19) und ein unbekannter Asylbewerber sollen einen 45-Jährigen aus Pakistan am frühen Morgen angegriffen haben. Auch ein Messer soll im Spiel gewesen sein.

Bereits im Februar gab es in den Wohncontainern eine gewaltsame Auseinandersetzung. Ein Pakistani wurde im Juli wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das sagt der Kreis Migration

Petra Mareis, Vorstand des Kreis Migration Bad Aibling e.V., äußerte sich gegenüber unserer Redaktion zu dem Vorfall. 

Zu den Gründen für die Auseinandersetzung meinte sie: "Die Leute haben keine Privatsphäre. Seit über einem Jahr leben die Menschen nun schon in den Containern, teilweise zu viert in einem Zimmer. Dort kommen Menschen aus vers chiedenen Kulturen mit verschiedenen Religionen zusammen. Da gibt es einfach Streitigkeiten." Sie appelliert an die Bevölkerung, sich in die Lage der Asylbewerber zu versetzen. "Wenn 150 Aiblinger über ein Jahr auf engstem Raum zusammenleben müssten, würde es genauso Streit geben." 

Ungewissheit, Frustration und Sorge um die Familien

Die Ungewissheit der Asylbewerber, viele haben noch keinen Termin für die Anhörung im Asylverfahren, das über ihre Bleibechancen bestimmt, komme laut Mareis noch hinzu. "Das Schlimmste ist für die meisten jedoch die Sorge um ihre Familien in der Heimat." Es sei einfach schwierig hier anzukommen. "Die Menschen merken, wie schwierig es ist, die deutsche Sprache zu lernen und einen Job zu bekommen."

Mitbewohner schämen sich für ihre Landsleute

Die  Krawallmacher seien laut Aussage der Vorsitzenden des Kreis Migration meist dieselben. "Der Großteil ist total lieb. Sie schämen sich für ihre Landsleute, rufen mich an, wenn etwas vorfällt." 

Viele haben bereits die Anerkennung

Viele Asylbewerber haben bereits ihre Anerkennung, müssen jedoch als sogenannte "Fehlbeleger" weiterhin in den Wohncontainern leben, da sie keine Wohnung finden.

Auch könne man die Störenfriede nicht einfach umverlegen. "Wir vom Kreis Migration dürfen gar niemanden verlegen, das muss über das Landratsamt laufen", so Mareis.

Beschäftigung für Asylbewerber

Der Kreis Migration gibt sein Bestes, um die Asylbewerber zu beschäftigen. Er wirkt mit Schulungen, Deutschkursen, Freizeitangeboten etc. deeskalierend auf die Situation der Asylbewerber ein. "Wahrscheinlich wäre ohne die Angebote schon viel mehr passiert."

Quelle: mangfall24.de

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