Heute ein König

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Majestätischer Urlaub: Unser Redakteur Volker Pfau und sein Testmobil

Die Welt der Reisemobile kennt Campingbusse, Alkovenmodelle, Teilintegrierte und Integrierte. Letztere – so die Definition des Deutschen Caravanverbandes – sind die Könige unter den Reisemobilen...

Hymer B 694

...denn diese Fahrzeuge werden komplett neu auf Fahrgestellen ohne Fahrerhaus aufgebaut, um ohne Kompromisse einen Wohnraum aus einem Guss für den Einsatz in der mobilen Freizeit bieten zu können. Wir fahren im vollintegrierten Hymer B 694. Also sind wir heute (und für die nächsten zwei Wochen) König.

Der Thron, auf dem man hinterm Lenkrad Platz nimmt, nennt sich laut Fahrzeugunterlagen „Pilotensitz Aguti Ergoflex“ und ist dreh-, höhen- und neigungsverstellbar. Dem König der Straße also angemessen. Das royale Gefühl, das sich schon breit machte und Ansätze von Übermut produzieren wollte, wird erst einmal in die Realität zurückgeholt, als der Blick auf die zentral am Armaturenbrett aufgeklebten Maße der Kutsche fällt: Länge 7,45 Meter, Breite 2,35 Meter, Höhe 2,90 Meter. Respekt!

Auch das zählt zu den königlichen Pflichten: die Entsorgung des Chemieklos

Dazu wissen wir, dass die „Masse in fahrbereitem Zustand“, wie es in den Unterlagen heißt, 3270 Kilogramm beträgt. Dazu kommen bei der Abfahrt ein gefüllter Wassertank, Vorräte, Küchenutensilien, Kleidung, Fahrräder und natürlich die Fahrgäste. Gut, dass das Fahrzeug auf Basis des Fiat Ducato auf 4250 Kilo aufgelastet wurde und auch den stärkeren Motor (3-l-Multijet mit 157 PS statt 2,3-l-Multijet mit 130 PS; Aufpreis 3710 Euro) unter der Haube hat. Damit geht unser Wohnmobil ordentlich ab, fährt theoretisch maximal 143 km/h schnell, doch die Auflastung beschert uns ein gesetzliches Tempolimit von 100 km/h. Zudemist eine Fahrerlaubnis der Klasse C1 (Kfz bis max. 7500 kg) notwendig.

Brummis überholt der Hymer- König spielend, so es erlaubt ist. Nur an Steigungen geht dem Motor ein wenig die Puste aus, und bergab kostet es bisweilen Nerven, dass er nur zu bereitwillig Spurrillen nachläuft. Majestät blickt aber großzügig über diese geringen Mängel hinweg, denn beim Verbrauch holt sich das Wohnmobil aus oberschwäbischer Produktion Pluspunkte: Nach knapp 3000 Kilometern ermittelten wir einen Durchschnittsverbrauch von 11,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Ein pfiffige Idee sind die Staufächer im Boden – hier lässt sich einiges unterbringen

Das Gepäck darf in dem Hymer B 694 wirklich königliche Dimensionen haben: Es gibt jede Menge Stauraum für alles, was man in einem Wohnmobilurlaub braucht – und es passt immer noch was rein. Die Küche ist großzügig und ergonomisch durchdacht, das Kochen wird nicht zur Strafarbeit. Toilette und Waschbereich sowie die separate Dusche ersparen auf dem Campingplatz den Gang zu den Sanitärräumen. Geschlafen wird in einem 1,50 Meter breiten und 1,95 Meter langen Hubbett im Bug sowie im Heckbett mit den Maßen 1,46Meterauf2,04Meter.Als störend empfanden wir, dass man quer zur Fahrtrichtung liegt: Der hintere Schläfer muss also beim nächtlichen Toilettengang über den Vordermann klettern. Wegen der üppigen Polster der Sitzgruppe war bei den Mahlzeiten der Platz um den verschiebbarenTischetwasbeengt, der fantastische Blick durch die Panoramafrontscheibe ließ dieses Manko aber schnell vergessen.

Eine sehr intelligente Lösung haben die Konstrukteure aus Bad Waldsee in den Doppelboden eingebaut: beheizbare Staufächer. Darin verschwinden ein Dutzend Paar Schuhe, zudem gibt es im Boden ein Fach mit Einkaufskörben, die sich perfekt zum Getränkelager umfunktionieren lassen. Man könnte auch die königlichen Juwelen hier relativ sicher deponieren, von denen man jedoch einige versilbern muss, wenn es ans Bezahlen des Mobils geht. 73 690 Euro beträgt der Basispreis des Hymer B 694. Da jeder das Wohnmobil den individuellen Wünschen anpasst und der Hersteller eine umfangreiche Zubehörliste vorlegt, ist nach oben viel Luft. Bei unserem Exemplar addierten sich die Extras auf über 25.000 Euro. Auch das gehört zur Königsklasse.

VOLKER PFAU

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